Tuesday, May 8, 2007

langes Wochenende

Über Präsidentenwahlen kann man ja auch in der Zeitung lesen. Für diejenigen, die mehr an Fotos interessiert sind, hier ein kurzer Überblick, die einzelnen Geschichten dazu kommen noch:

endgültige Abschiedsparty der "Schwieger-Cousine", "Cousin-in-law" oder wie nennt man diesen Verwandtschaftsgrad?


Erkundung der H-Street NE, Teil von Capitol Hill, dessen Gentrifizierung gerade beginnt


Die "Rebuilt Eastern Market" T-Shirts sind so hässlich, dass wir weiterhin für bessere Dinge Werbung machen


Der Jogger in der National Mall war schneller als die Kamera...


Der 2.175 Meilen lange Apalachen Trail: leider ohne Unterkünfte und ital. Essen. Für Leute, die gerne zelten und 20 kg-Rucksäcke schleppen wollen. Trotzdem reizvoll.


immerhin noch für Güterverkehr genutze Strecke in West-Vrigina beim ehem. Bahnhof von Shepardstown


Kurort ebenfalls in West-Virginia, dessen Blütezeit schon lange vorbei ist, auch wenn das hier anders scheint.


Diner: sollte immer so original wie möglich sein. 14 inch-Pizza ist noch nicht die Größte...


und wie gut, dass auch die einsamsten Berggipfel mit dem Auto zu erreichen sind.

PräsidentInnenwahl

Auch wenn hier die Präsidentenwahl erst im November 2008 stattfinden wird, ist der Wahlkampf schon voll in Gange, allerdings auch für hiesige Verhältnisse früher als sonst. Sehr gewöhungsbedürftig ist, dass es im ersten Jahr nur um die Konkurrenz innerhalb der Parteien geht.

So gab es in den letzten Wochen zwei große TV-Shows, einmal mit 8 demokratischen, einmal mit 10 republikanischen Bewerbern. Dank meiner Vorurteile, war ich sogar positiv überrascht, dass es auch um Inhalte ging (natürlich Irak-Krieg, aber auch Umwelt-, Gesundheits-, Einwanderungs-, Steuerpolitik u.a.). Und trotzdem ist es nur eine Show, jede Frage muss in 30 sSekunden beantwortet sein und es gibt gerne Fragen, ob die Verfassung geändert werden soll damit Schwarzenegger Präsident werden kann (bisher dürfen das nur in den USA Geborene) oder ob es gut wäre, wen Bill Clinton wieder ins Weiße Haus einziehen würde... Aber bei allen bestätigten Vorurteilen gibt es auch immer wieder Kritik (von der man in Deutschland oft nicht so viel hört oder sie überhört). Dass es z.B. nicht viel Sinn macht, dass die meisten Kandidaten, die hier mitdiskutieren sowieso keine Chance haben und es besser wäre, wenn es Duelle zwischen den beiden jeweils aussichtsreichsten Kanditaten gäbe.

Auch zum anderen großen Thema habe ich erfreulicherweise Kritik gehört: Die Wahlkampfspenden. Jeweils zum Quartalsende müssen die Bewerber sowohl ihre Spenden- als auch ihre Ausgaben bis ins Details offenlegen. Da jedeR US-BürgerIn maximal 2.300 $ spenden darf, wird die Spendensumme auch als Zeichen der WählerInnebasis gesehen. Im ersten Quartal 2007 wurden alle bisherigen Rekorde bei weitem übertroffen. So gab es (wenn auch eher im Stillen) Diskussionen, wie man dies begrenzen könnte.

Insbesondere für das Spendensammeln spielt das Internet eine zunehmend größere Rolle und das gute Spendenergebnis von Barack Obama wird auch als Ergebnis seiner guten Internetseite und -aktivitäten gesehen. Aber bei Youtube ist Europa ja auch schon angekommen, wenn Blair Sarkozy übers internet gratuliert.

Das französiche Wahlergebnis wurde hier sofort von beiden Seiten interpretiert: Die Republikaner sehen es als Chance, dass auch sie gegen das schlechte Image ihres derzeitigen Präsidenten (29% Zustimmung in der Bevölkerung) gewinnen können, aber nur wenn sie eine wirklich neue Politik in Aussicht stellen (was derzeit noch nicht zu erkennen ist). Und Hillary bemühte sich, die Unterschiede (insbesondere in Bezug auf ihre Außenpolitik der Stärke und weniger Betonung ihrer Weiblichkeit) darzustellen. Denn bisher wurde Royal gerne als unterstützdendes Beispiel gezeigt, dass auch Frauen zu Präsidentinnen gewählt werden können.

Heute beendet die Queen ihren Staatsbesuch aus Anlaß des 400. Jahrestags der ersten dauerhaften englischen Siedlung in Amerika (zum 350. Jahrestag war sie übrigens auch schon da). Nachdem die Begeisterung hier im Land zunächst zögerlich war, wurde über das gestrige Staatsdinner im Weißen Haus nun doch groß berichtet. Aber vielleicht auch weil es das erste "white-tie"-Dinner der Bush-Administration war, zu dem die beiden Damen Laura Bush und Condoleza Rice ihren Mann erst überreden mussten, weil er nicht auf solche formale Veranstaltungen steht.
Aber auch die Begeisterung für die Queen wird von den wahren "revolutionären Amerikanern" kritisch gesehen. Denn sie sehen die Demokratie in Gefahr, da auch hier die Abstammung eine immer größere Rolle spielt: zum achten Mal in Folge, seit 28 Jahren, ist hier nun ein Bush oder ein Clinton in den Kampf ums Präsidentenamt involviert.

Ich werde jetzt versuchen, noch ein Orgiginalfoto der Queen für den blog einzufangen.