
Dass die Umsetzung von Veränderungen schwierig sein würde, war vorher schon klar. Wie frustrierend das politische System der USA ist und welch furchtbare Vorstellungen ein Großteil der Bürger hat, war mir aber in dem im vergangenen Jahr erlebten Ausmaß vorher nicht klar. Ein weiterer Höhepunkt dieser zunehmenden Frustration über das System und die Leute war der gestrige Wahlausgang in Massachusetts. Aus Ungeduld und Frust haben die sonst links wählenden Neuengländer mal eben mit großer Mehrheit den konservativen Kandidaten gewählt. Einer der wichtigen Punkte seiner gestrigen Siegerrede (natürlich live verfolgt) war, dass seine Töchter noch zu haben sind und eine ja schon von American Idol (America sucht den Superstar) bekannt sei, wo sie Semi-Finalistin war. Das passt gut zu seinem Foto in der Cosmopolitan...

Aber wahrscheinlich muss auch Obama in seinem zweiten Jahr mehr in der amerikansichen Realität ankommen. Der große Change wird wahrscheinlich nicht in den längst überfälligen "linken" Reformen erfolgen können, sondern tatsächlich mehr darin, Kompromisse in der Mitte der Gesellschaft zu finden. Ein großes Thema in seinem Wahlkampf war, die Art wie Politik in Washington gemacht wird zu verändern und das Land zusammenzubringen. Da gibts natürlich auch viel zu tun und vielleicht gibts ja nebenbei noch ein paar andere gute Veränderungen.