Wednesday, June 23, 2010

Hitze

Beim Jahrhundertschneesturm im Februar konnte man ja noch etwas Verständnis haben, dass es Probleme beim Zugverkehr gab, aber dass ein paar Tage mit Temperaturen um die 35 Grad und unglaublicher Luftfeuchtigkeit die Vorortzüge gleich wieder lahmlegen?

Seit einigen Tagen bleiben sie hitzbedingt ständig liegen und bei diesen Temperaturen ist es wirklich kein Spaß, in einem Zug festzusitzen, in dem es keine Klimaanlage gibt.

So klimaanlagenkritisch ich bin, nn diesen Tagen freue ich mich doch jedesmal sehr, ins Gekühlte zu kommen. Und es ist selbst um Mitternacht mit 30 Grad noch so heiß, dass man die Abende schon wieder gut (und manchmal sogar lieber) drinnen verbringen kann.
Wie gut, dass am Sonntag die Flucht in die kühleren Berge Montanas ansteht, diesmal neben Yellowstone auch Glacier National Park mit Zwischenstopp in Montanas Hauptstadt: Helena.

Sunday, June 13, 2010

World Cup

In den USA spielt Fußball traditionell keine so große Rolle, so dass die Fußball-WM hier normalerweise auch nicht so intensiv verfolgt wird. Aber die Medien sind voll mit Berichten, dass das dieses Jahr anders sein könnte. Und so haben z.B. auch die Organisatoren der Schneeballschlacht im Februar am Dupont Circle am Wochenende ein Public Viewing organisiert.

Bei 35 Grad, knallender Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit musste man da allerdings schon großer Fan sein. In DC wird wohl auch besonders viel WM geschaut, weil hier so viele internationale Menschen leben, die Fußball-interesseierter sind. Draußensein ist hier im heißen Sommer oft gar nicht so erstrebenswert, so dass die meisten öffentlichen Fußballübertragungen aber in Sports Bars stattfinden, die es hier zahlreich gibt.

Das erste USA-Spiel hatte auch gleich große historische Bedeutung. Zum ersten mal seit 60 Jahren spielten USA gegen England in einem WM-Spiel. Damals hatte die USA mit großem Glück gewonnen. Auch diesmal hatten sie wieder großes Glück und "gewannen" mit einem 1:1. Vielleicht beruhigt das auch den Konflikt zwischen USA und Großbritannien über BP etwas. Die Briten fürchten, dass durch die harsche Kritik an BP wegen der Ölkatastrophe eines ihrer größen Unternehmen zu stark (und ungerechtfertigt) leiden könnte.

Vom Fußball gings gleich zum nächsten Großereignis weiter, dem Gay Pride. Wie immer habe ich meinen Frontrunnern nur zugejubelt. Wenn man in den USA ein T-Shirt mit einer Ortsbezeichung trägt wird man ständig angesprochen, was an diesem Tag natürlich besonders interessant war.

Das Deutschland-Spiel wurde heute in der Deutschen Botschaft übertragen. Die weiteren kann man sich dann im Goethe-Institut ansehen, aber leider entweder mit Früßstück (das für mich etwas zu spät ist) oder Lunch (das zu weit weg ist.)
Aber auf den Straßen sah man auch hier einige zu erkennende Deutschland-Fans. Nicht nur dieser ging nach dem Spiel zur Abschlussveranstaltung des Pride-Weekends, auf dem neben den immer heiß geliebten DC Cowboys auch die frisch geoutete erste öffentlich bekennende lesbische Country-Sängerin auftragt.

Wednesday, June 9, 2010

Teil 3 mit Höhepunkt Yellowstone

Von Cincinatti gings (leider mit dem Flugzeug) weiter nach Seattle zur freudig erwarteten Light Rail zum Flughafen.

Durch den jüd. Feiertag Shavuot musste das neue deutsche Auto stehen bleiben.

Wie gut, dass man den Bären in der Wildnis nicht ganz so Nahe kommt.

Zum Shabbatabend gabs eine Talentshow.

Bevor sich Onkel Joe jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte ausdenken musste.

Wie toll, schon wieder Zug. Nach dem nervigen Einchecken aber gleich für (fast) die ganzen 22 Stunden nach San Francisco auf meinen Lieblingsplatz.

Vorbei an Takoma und den für den pazifischen Nordwesten so bekannten vielen Buchten.

Im alternativen Portland (Oregon) ist auf und vor dem Bahnhof viel los.

Ein Großteil der Reisenden fährt auch nur zum Spaß. In der kleinen Unistadt Eugene steigen aber auch einige Studenten und "echte" Reisende ein.

Die Überquerung der Cascades mit einem 2.500 m hohen Pass hatte ich mir nicht so hoch und verschneit vorgestellt.

Die kleinen Bergbahnhöfe werden immer reizvoller und könnten auch in einem anderen Land sein.

Morgens früh um 6 Zwischenstopp in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento mit guten öffentlichen Verkehrsmitteln.

Und endlich mal wieder eine in diesem Land so seltene Fußgängerzone.

Die Staats-Kapitole sehen überall gleich aus. Aber warum die Schwarzeneggers nicht in dieser schönen Gouverneuersvilla wohnen, die zuletzt von den Reagans genutzt wurde?

Wer San Francisco kennt, weiß dieses unglaublich klare Wetter zu schätzen.

Und da wirkt die soweiso schon so schöne Stadt gleich noch viel schöner.

Durch Zufall erlebten wir den ersten kalifornischen Harvey-Milk-Feiertag mit, gegen den sich der Gouverneur lange gewehrt hatte. Und Harvey hat von mir nochmal zusätzliche Bewunderung bekommen.

Manche S.F. Besucher haber ja das Pech, die Brücke vor lauter Nebel nicht zu sehen...

Auch andere Touristen-Attraktionen sind immer wieder toll.

Aber dann geht's weiter aus der bekannten Leihwagengarage gleich wieder in die Berge.

Hier hätte man auch mit dem Zug über die Sierra Nevada fahren können. Der Lake Tahoe, auf 2.000m Höhe gelegen, ist tatsächlich sehr schön

Mal wieder eine der kleinen Hauptstädte, Carson City, Nevada. Wir haben es immerhin bis ins Vorzimmer der Gouverneurs geschafft.

Ich hätte ja lieber das einzige unabhängige Cafe im Ort unterstützt, aber irgendwann musste die Premiere mit Starbucks Drive Through auch mal sein.

Unterwegs Halt im faszinierenden Goldgräberstädtchen Virginia City.

Übernachtung in Reno, der kleineren und sicherlich viel urspünglicheren Casinostadt Nevadas.

Die Gäste scheinen hier allerdings nur zwei Dinge zu tun.

Dass Wüstenlandschaften so interessant sein können, ist immer wieder eine tolle Erfahrung.

Bei uns kosten die Steuerberatungen mehr als zehn mal mehr als im Humboldt-Landkreis

Die Wanderung in der kleinen Schweiz mitten in der Wüste Nevadas musste leider ausfallen, wie man sehen kann.


Dafür eine tolles Abendessen bei den Basken, die hier über Südamerika hingelangten und nach Ende der Goldgräberzeit wieder Schafe gehütet haben. So leckeres Fleich in einer sehr netten Familienatmospäre


Der nächste Staat mit seiner Hauptstadt am großen Salzsee, an den man leider nicht so richtig ran kommt. Dies hier ist nur eine kleine Salzwüste.


50% der Einwohner Salt Lake Citys sind Mormonen und wir wurden auch gleich von einer der jungen Frauen in den langen Röcken abgefangen. Im Gegensatz zu den Männern, die in Anzügen um die Welt reisend missionieren, müssen die Frauen wohl Touristen über den Tempelplatz führen.

Sie kommt aus Deutschland (wo 34.000 Mormonen leben) und erzählte unglaubliche Geschichten. Wir haben nicht weiter nachgebohrt.

Am Abend das Kontrastprogramm: Ein Film über Jugendliche, die aus mormonischen polygamen Familen ausgebrochen sind. Die meisten von ihnen waren zur Stadtpremiere anwesend. Sehr beeindruckend.

Wie in jeder Stadt auch hier spezifische Erkundungen.

So, wie man sich Idaho vorstellt.

Aber gleich weiter zum Land des Brokeback Mountain.

Die tollen Spitzen der Tetons konnte man leider nur erahnen.

Beim ersten kleinen Geysier waren wir schon begeistert. Mit so viel Schnee und geschlossenen Passstraßen hatten wir allerdings nicht gerechnet.

Vom ersten Bison waren wir völlig begeistert, später waren die durch sie verursachten langen Staus dann etwas anstrengend.

Gut, dass die Ausbrüche einiger Geysiere ganz gut planbar sind.

Wir haben allerdings nicht alleine gewartet.

Aber es lohnt sich auf die faszinierenden Wasser- und Dampffontänen zu warten.

Und dann gibt es so viele andere faszinierende geothermische Phänomene, die man mit den Fotos nur andeuten kann.

Ganz zu schweigen vom Geruch.

Eine der wenigen Warmwasserbadestellen (in den Geysieren direkt verbrennt man) war leider geschlossen und auch die geplanten Bergwanderwege waren noch gesperrt.

Dafür gab's die Rutsche im Hotel. Zum Glück haben wir erst zu Hause gemerkt, dass unsere Badehosen dank der übergründlichen US-Desinfektion ihre Farben verloren haben.

Wie dumm, dass man sich hier schon 1915 fürs Auto als Haupttransportmittel entschieden hat. Heute wäre die Bahn sicher eine gute Lösung für die völlig überfüllten Parkstraßen.

Trotzdem hatte der Hauptunterkunftsort noch einen ganz netten, alten Charme.

Neben Geothermik gabs auch noch tolle Landschaften.

Und dann wieder neue Phänomene

und Tiere.

Zum Ausklang im alternativen Montana, hier im Unistädtchen Bozeman. Verständlich, dass sich hier viele Großstädter von den bevölkerten Küsten niederlassen, denn die Umgebung wirkte wie eine liebliche schweizer Bergwelt.

Spektakulärer Abflug mit einem spiralartigen Aufstiegt, um über die hohen Berge hinwegzukommen.