Tuesday, February 16, 2010

Noch immer Schnee

Einmal muss ich jetzt doch noch über den Schnee berichten, denn erst nach meinem letzten Blogeintrag kam der richtige "Blizzard", der Schneesturm, der uns immerhin den Rekord in jährlicher Schneehöhe (138cm) beschert hat, vor allem aber tolle Schneeverwehungen und mir einen weiteren arbeitsfreien Tag.


Von Anfang an war das "Dig out" das große Thema, aber auch der Schutz von einstürzenden Bäumen und Dächern. Trotz großen Einsatzes der Räummannschaften war das öffentliche Leben über Tage völlig eingeschränkt, was zu vielen Diskussionen geführt hat, ob auf diese Situation richtig reagiert wurde. Die Wiederwahl des Washingtoner Bürgermeisters im November steht angeblich auf dem Spiel, weil er im Krisenmanagment versagt hat.

Uns hat es aber viel Spaß gemacht, durch den vielen Schnee zu stapfen. Besonders auf dem Weg zum Abechiedsabend des Friedrich-Ebert Hospitanten. Nach so viele (neu entdeckten) Sea-Breeze Drinks ist das letzte Foto leider etwas verwackelt.

Hatte ich mich anfangs noch sehr darüber aufgeregt, dass die Angestellten im öffentlichen Dienst vier Tage lang schneefrei hatten, wurde mir am Freitag, dem ersten Arbeitstag nach der Pause, klar, dass es eine notwändige Entscheidung war: Auf den m.E. relativ gut freigeräumten Straßen waren einige Spuren noch nicht wieder befahrbar, weil die Schneemassen irgendwo bleiben mussten. Dies führte zum größten Verkehrschaos seit dem 11. September 2001. Auch der Blick aus unserem Fenster bestand über Stunden nur aus sich kaum bewegenden Autoschlangen.

Bei aller kritischer Diskussion wurde allerdings die mich immer wieder beschäftigende Frage nie aufgeworfen: Müsste man nicht versuchen, die Leute aus den Vororten zurück in die Innenstädte zu holen, um das Verkehrschaos auf Dauer zu lösen?
Ein anderes Problem taucht jetzt nach dem langsamen Wegtauen des Schnees auch vermehrt auf: Die ohnehin schon schlecht gepflegten Straßen haben unter den Schneemassen nochmal stark gelitten, Fahrradfahren wird mit den vielen Schlaglöchern auch immer unangenehmer. Aber Geld für Reparaturen gibt es nicht, den Steuern will hier ja niemand zahlen.

Schnee gibt es auch weiterhin reichlich, vor allem auf den Gehwegen. Jede Nacht rücken Bagger und Lastwagen an, um die Schneemassen aus der Stadt herauszufahren. In einigen Landkreisen sind die Schulen auch immer noch geschlossen, weil man um die Straßen frei zu räumen die Gehwege für die Schüler zugeschüttet hat.

Und für hießige Verhältniss ist es immer noch erstaunlich kalt. Aber die Sonne war auch schon wieder da. Bestes Skifahrwetter für den nächsten Sonntag!

Monday, February 8, 2010

(Noch) Kein Rekord

Die Fernsehübertragungswagen waren nicht umsonst am Dupont Circle: Über Facebook war für Samstag nachmittag zur großen Schneeballschlacht aufgerufen worden, zu der 2000 Leute kamen.

Und die Schlacht war wirklich ein unglaubliches Erlebnis. Die zwischendurch aufkommenden Rufe U - S -A wurden zum Glück dadurch relativiert, dass der gegnerischen Mannschaft die Flagge immer wieder entrissen wurde.

Geschäftstüchtige Kneipenbetreiber hatten für die Zuschauer eine Eisbar eingerichtet, die wir sehr genossen haben.

Nach 24 Std. Schneefall kam dann endlich die Sonne raus und alles glänzte wunderschön.


Und überall waren Leute am Schneeräumen, vor allem die Latino-Tagelöhner waren sehr gefragt und haben hoffentlich nicht ganz so schlecht verdient wie sonst.

Ich hatte den Medien ja nicht geglaubt, aber tatsächlich waren die Supermärkte teilweise leer gekauft und die Lage hat sich auch noch nicht gebessert, weil es bisher wegen der Schneeverhältnisse keine neuen Lieferungen geben konnte.

Viele Leute waren auch davon ausgegangen, am Montag wieder zu arbeiten, und hatten ihre Autos schon entsprechend vorbereitet.

Am Abend dann der jährliche sportliche Höhepunkt: Der Super-Bowl, das Football-Finale, das dieses Jahr von einer Rekordzahl von 106 Millionen Zuschauern gesehen wurde.

Dank verbesserter Kenntnisse der Regeln und der Teilnahme der Mannschaft aus New Orleans, der man als linker, Anti-Bush Mensch zujubeln musste, hat es auch richtig Spaß gemacht. Nicht nur wegen der guten Verpglegung.

Und dann haben die Saints tatsächlich gewonnen!

Während des Spiel machte aber schon eine Meldung die Runde: The Federal Government würde am Montag nicht arbeiten, immerhin 230.000 Beschäftigte in DC. Für viele eine große Freude lies es für mich nichts gutes ahnen: Die Metro und Busse fuhren auch am Montag nur unterirdisch und ich musste das Versagen des öffentlichen Personennahverkehrs eingestehen und mit einem Kollegn mit dem Auto zur Arbeit fahren (nicht ohne mit dem Fahrrad zu ihm gefahren zu sein...)

Und die Arbeit bestand dann auch teilweise darin, mit dem neu erstandenen Schneeräumgerät Braxton's Parkplatz freizuräumen.

Der Rekord von 1922 wurde übers Wochenende nicht gebrochen, aber für Dienstag abend sind weitere Schneefällte von bis zu 50 cm vorausgesagt, so dass der Gesamtwinterschneehöhenrekord noch zu brechen ist!

Saturday, February 6, 2010

Zwischenstand

Innerhalb weniger Stunden hat sich die Lage gestern dann abend stark verändert. Als wir um Mitternacht zu einem Erkundungsgang aufbrachen, sah's nämlich schon so aus:

Der Verkehr war so gut wie zum Erliegen gekommen und die Straßen gehörten den Fussgängern.

Am Dupont Circle wurde der Schnee auch schon intensiv zu einer Schneeballschlacht genutzt.

Die Schneeräumkommandos waren aktiv aber konnten auch nur begrenzt etwas ausrichten.

Vor dem JR's dann wieder eine Schneebalschlacht und drinnen erstaunlich viele Leute.

Und beim nach Hause kommen war dann noch erstaunlich viel Energie da, um wenigstens ein bischen Schnee zu schippen.

Nach einer Nacht mit Schneefall ohne Pause sah es dann heute morgen noch weißer aus und die Straßen sind nun fest in der Hand der Fußgänger, eine sehr nette Stimmung.

Die Läden und auch Starbucks sind fast alle geschlossen, die Hamsterkäufe waren vielleicht gar nicht so verkehrt.

Überall sieht man durch den sehr nassen Schnee heruntergebrochene Äste, so dass wir wohl von Glück reden können, dass wir noch Strom (und damit Heizung) haben. Unser Nachbar musste seine Heizung schon vom Schnee befreien, um sie wieder in Gang zu bringen.

Und meine Langlaufski sollte ich wohl auch wieder auspacken, Busse fahren gar nicht mehr und die Metro nur unterirdisch.

Auch die lokalen Nachrichtensender haben sich schon am Dupont Circle stationiert um 24 Std. täglich über die aktuelle Lage zu berichten.

Wir werden auch gleich zum Dupont Circle gehen, wo laut Facebook um 2 eine große Schneeballschlacht stattfinden soll. Und das verrückte ist: Es schneit immer noch weiter und soll dies auch bis heute abend um 10. Morgen gibts dann hoffentlich Bilder mit Schnee im Sonnenschein.