Durch den verkürzten Aufenthalt mussten wir auf unserer letzten Reise noch einige Staaten “abfahren”. Nachdem wir die Ost- und Westküste sowie die Südstaaten schon gut bereist hatten, fehlte noch die Mitte. Die Idee war, vom eisig kalten Norden in den warmen Süden zu fahren und als Ausgangspunkt musste es deshalb Fargo sein. Zur Einstimmung hatten wir uns vor der Abreise den tollen Film noch einmal angeshen.
In Fargo gab es zum Glück zwei Überraschungen: Die Kälte war trotz vieler Vorwarnungen mit minus 10 Grad Celsius gut zu ertragen und Fargo ist eine sehr nette Stadt, mit vielen jungen Leuten und modernen Läden. North Dakota ist einer der wenigen Staaten, in den Arbeitskräfte gesucht werden, wohl auch weil die drei Kongreßabgeordneten des kleinen Staates geschickt Gelder aus Washington organisiert haben.
Auch die Straßenverhältnisse waren mit relativ wenig Schnee ganz gut, so dass wir schnell in die Hauptstädte Bismarck (North Dakota) und Pierre (South Dakota) kamen, die allerdings neben ihren großen Staats Kapitolen (wie üblich) wenig zu bieten hatten.
So “mussten” wir zum Essen auf ein tolles Landlokal ausweichen.
Die Besiedelung dieser Great Plains Staaten im Zuge des transkontinentalen Eisenbahnbaus Ende des 19. Jahunderts fand zum großen Teil durch Skandinavier statt, was man noch an viele Namen erkennen kann. Viele kamen aber auch aus Deutschland und eine größere Anzahl Russland-Deutscher, die in den 1880er Jahren den unangenehmen Bedingungen in der Schwarzmeerregion entflohen.
Auf der Suche nach ihren Spuren hatten wir ein tolles Erlebnis: Im Deutschen Haus im kleinen Ort Strasburg trafen wir vier 70jährige Frauen, die sich mit uns auf Schwäbsich unterhalten konnten. Iher Urgroßeltern waren eingewandert, sie brauchten eine Weile, bis sie sich trauten, Deutsch zu sprechen. Und ihre Kinder können kein Deutsch mehr. Hier ein Bild mit Frau Schwab.
In Pierre gabs doch noch eine Attraktion: Die Christbaumausstellung im Staatskapitol.
Weil South Dakota keine touristsichen Attraktionen hat, hatten 1926 ein paar Leute die Idee, eine zu schaffen. Und so entstanden die bekannten Präsidentenköpfe, die zwar interessant sind, aber auch nicht so beeindruckend. Aber es funktionierte.
Dabei gibt es noch andere Sehenswürdigkeiten. Die Badlands, die gerade jetzt im Winter mit Schneeüberzug besonders reizvoll wirkten.
Und große Indianerreservate, die man touristisch nur schwer besuchen kann. In Wounded Knee, einem der vielen Orte, an denen die US-Truppen viele Indianer umbrachten, gab es einen zwar ungepflegt wirkenden, aber doch beeindruckenden Friedhof.
Interessant die viele Gräber von Kreigveteranen. Für viele die einzige Möglickeit, Geld zu verdienen. Die gerade beendete neuste Volkszählung hat mal wieder bestätigt, dass die Indianer-Landkreise dieser Region die ärmsten des ganzen Landes sind.
Im Hauptort Pine Ridge suchten wir vergeblich nach einem normalen Restaurant, bekamen aber doch einen interessanten Eindruck.
Weiter ging es nach Nebraska, das ebendso wenig besidelet ist, aber teilweise etwas hügeliger war. Parallel zu unserer Straße verlief eine Eisenbahnstrecke, auf der ein langer Güterzug nach dem anderen fuhr, meist mit Kohle. Die Eisenbahn spielt im Güterverkehr der USA eben doch eine wichtige Rolle.
Durch Glück fanden wir ein nettes altes Hotel, eine Seltenheit bei all den charakterlosen Kettenmotels im Ort Broken Bow. Das Hotel mit dem passenden Namen Arrow! Und auch zum Frühstück konnten wir amerikansiches Landleben geniesen.
Im nächsten Ort gab es wieder Zeugnisse der mehr als 50% Einwohner deustcher Herkunft. Die Kultureinrichtunge plattdeustchen Landsmanschaft fanden wir nicht, dafür aber den Liederkranz, in dem man angelich abends essen kann.
Wir mussten aber weiter in den nächsten Staat: Kansas. Mit Witchita seit Tagen endlich mal wieder eine große Stast, in der uns das Hyatt zu einem ersteigerten Spottpreis wunderbar aufnahm. Ein “Hot-Tub” bei dieser Kälte ist auch nicht verkehrt.
Wie üblich eine ausgestorbenen Innenstadt, von der alten Größe ist kaum mehr etwas übrig. Dafür aber ein nettes Ausgehviertel in schön hergerichteten alten Fabrikgebäuden.
Weiter gings nach Oklahoma, in das Mitte des 19. Jahrhunderts die meisten Indianerstämme der Ostküste umgesiedelt wurden. Aber schon nach wenigen Jahren wurde ihnen das “Indian Territory” zu großen Teilen wieder weggenommen.
Oklahoma City ist bekannt geworden durch den Anschlag, den ein rechter Amerikaner hier 19?? auf eine Regierungsgebäude verübte und bei dem 168 Menschen ums Leben kamen.
Eine Gedenkstätte und ein Museum erzälen ganz gut die Geschichte. Es fehlt allerdings die Frage, wie es zur Haltung der Attentäter kam und kommt, die extrem Regierungsfeindliche Einstellungen haben und mit ihren Parolen an die der heutigen Tea-Party erinnern (dies habe ich interessanterweise schon vor dem Anschlag von Tucson geschrieben).
Mit dem Weihnachtoratorium auf NPR (National Public Radio) ging es in die nördlichen Panhandel von Texas, nach Amarillo, einer großen Straßenstadt, die einst schöne Restaurants und Motels entlang der berühmten Route 66 hatte. Unterwegs Weihnachtsanrufe nach Deutschland.
Zunächst die letzten deutschen Süßwaren im Hotel Ambassador.
Der Candle Light Gottesdienst am Heilig Abend war nicht so viel anders als die mir aus Deutschland vertrauten. Die Kerze musste man allerdings am Ausgang wieder abgeben. Man hätte sie ja im Auto eh ausmachen müssen.
Auch im großen Steak-Restaurant Big Texan hätte man sie nicht gebrauchen können.
Ich traute mich (wahrscheinlich zum Glück) nicht, ein kostenloses vier-pfündiges Steak zu bestellen. Wenn ich es nach einer Stunde incl. Der Beilagen nicht geschafft hätte, hätte es 50 Dollar gekostet. Und trotzdem hätte ich mich überessen.
Am Weihnachtsmorgen eine touristsiche Attraktion.
Vom echten amerikanischen Weihnachtsessen und er anschließenden Bescherung bei der Familie eine Frotrunner-Freundes fehlt leider die Dokumentation. Aber die recht fromme Familie hat uns unglaublich nett aufgenommen und sogar beschenkt.
Aber wir mussten weiter in den nächsten und letzten neuen Staat (nun sind es 46), New Mexico mit seinem kulturellen Zentrum Santa Fe. Sehr interessant, dass dieser Teil der USA schon vor der Ostküste von Europäern besiedelt wurde, die aber als Spanier über Mexico ins Land kammen.
Erst im mexikanisch-amerikanischen Krieg 1851 wurde dieser Teil des Landes eine Territory der USA. Und an vielen Stellen sieht man die alte spanische Kultur. Nicht zu letzt beim Essen.
Die Indianerstämme der Gegend verkaufen sehr schönen Schmuck.
Die Kunst der Weissen in den unzähligen Galreien dieser hippen Künstlerstadt ist alle stark vom Kommerz beieinflusst.
Vor den Spaniern waren auch hier schon die Indianer, die teilweise bis zum heutigen Tage in den sehr faszinierenden Pueblos wohnen.
Das hochgelegene New Mexio (Santa Fe liegt auf über 2.000 m) bot sich zum Skifahren an und hat mit dem Taos Ski Valley eines der höchst gelegenen (bis 4.000m) und schweirigsten Skigebiete der USA. Das war dann doch besser als die Schwarzwald-Hügel in Pennsylvania und zudem wunderbar sonnig. Allerdings selbst hier mit Kunstschnee.
Die eigentliche Metropole ist Albuquerque, wo wir endlich mal wieder ein nettes Studentencafe fanden.
Wie in vielen Saaten fand zum Jahreswechsel auch in New Mexico ein Gouverneuerswechsel statt. Eine der größten Errungenschaften des scheidenden Demokraten Bill Richardson (der zum Jahreswechsel durch die internationalen Medien ging, weil er Billy the Kid nicht gebnadigt hat) ist die Einführung eines Pendlerzugs auf der 100 Meilen langen Strecke Santa Fee – Albuquerque.
Zwischendurch ein erholendes Bad im Rio Grande, nachdem man sich (endlich mal in natürlich heißen Quellen) schön aufwärmen konnte.
Im White Sands Park hatten wir etwas Pech mit dem Wetter, aber die Stürme waren vielleicht auch gerade beeindruckend. Der Sand war so weiß, dass man sich immer wieder daran erinnern musste, dass es kein Schnee ist.
Unser zügiges Vorankommen ermöglichte uns noch eine Rückkehr nach Teaxs in die Grenzstadt El Paso, die eher wie eine mexikansiche Stadt wirkte. Viele Mexikaner kommen zum Einkaufen über die Grenze. In die andere Richtung nach Ciudad Jurez auf der anderen Seite des Rio Grandes sollte man seit 2007 wegen der Sicherheitssitution nicht mehr. 2010 sind hier durch die Drogenmafia 3.000 Menschen ermordet worde. Von den 20er bis 50er Jahres war es ein beliebtes Ausflugsziel für Amerikaner, weil dort Alkohol, Glückspiel und Prostitution erlaubt waren.
Auch in den schwulen Kneipen El Pasos war zu merken, dass Mexikaner den gröten Teil der Bevölkerung setllen.
In der Grenzregion der 2.000 Meilen langen Grenze nach Mexico gab es nicht nur viele Border Patrol zu sehen, sondern ab und zu auch richte Kontrollstellen. Zum ersten Mal während unserer US-Zeit mussten wir innerhalb des Landes unserer Pässe und Visa vorzeigen.
Der Silvesterabend fiel auf die kleine Stadt Wilcox in Arizona. Ehemals ein nettes Kleinstädtchen an der so wichtigen Eisenbahn, hat sich heute das Leben an die Autobahnausfahrt verlagert. Aber ein Silvestermenue im Plaza Restaurant der Tankstelle und ein Asti Spumante im Hotelzimmer hat ja auch was. Nach so erlebnisreichen Tagen reichte uns das Anstoßen auch zu Mitternacht Ostküstenzeit mit CNN-Liverübertragung (Anderson Cooper!) vom Times Square.
Eigentlich war unser Plan, am Ende in den wärmeren südlichen Staaten zu landen, aber auch hier gabs dann nochmal eine Schneewanderung durch recht eindrucksvolle Felsformationen.
Arizona gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten der USA und so machten wir zunächst in Tucson (!!!)
halt, das auch noch viele Spuren aus spanisch-mexikanischer Zeit hat, auch wenn man inzwsichen ja mehr die Bilder von der hässlichen Saveway Shopping Mall mit Tuscon verbindet. Eindrucksvoll waren hier die indianischen Lesben in der örtlichen Szenebar (leider ohne Dokumentation).
In der Umgebung von Tuscon unglaubliche Kakteen, die wirklich wie die aus Stoff aussehen.
Die richtig große Millionenstadt ist aber Phoenix, das sich mit furchtbar zersiedelten Vororten über eine Länge von 100 Meilen erstrecckt. Da man alles mit dem Auto machen muss, entsehen unglaubliche verkehrmengen. Zum Glück haben sie 2008 eine Lightrail eingeführt, die erstaunlich schnell fuhr und uns von der modern-sterilen Studentenstadt quer durch die Metropole zum Charlie's brachte.
Auch diese Cowboy-Kneipe entpuppte sich im laufe des Abends als zum gröten Teil von Latinos besucht. Und immer wenn Latino-Lieder gespielt wurden, merkte man das auch an entsprechend guter Stimmung.
Am ersten Werktag des neuen Jahres wurden landesweit 26 neue Gouverneure eingeführt (und einige wie Arnie Schwarzenegger mussten abtreten). Durch einen Zufall erelbten wir die Inauguration der fruchtbaren republikansichen Gouverneuerin von Arizona, die interantional durch ihre Unterstützung eines einwandererfeindlichen, rassistsichen Gesetze bekannt wurde, das z.Zt. Zum Glück noch von den Gerichten geprüft werden muss.
Am Ende ging der Plan dann aber doch auf. Im berühmten ehemals Promi-Badeort Palms Springs wurde es nach einer auch für hier ungewöhnlichen Kälteperiode wieder warm und wir konnten das Ressort sehr geniesen.
Nach 3.750 Meilen war es aber auch gut etwas auszuruhen, denn die Reise war noch nicht zu Ende und einer der Höhepunkte folgte erst: Die 3.042 Meilen lange Rückfahr mit Amtrak, dem halbstaatlichen US-Eisenbahnunternehmen (in 70 Stunden also mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 44 Meilen pro Stunde (70 km/h). Darüber könnte ich natülrich einen noch längeren Blog-Eintrag schreiben, aber ein paar Bilder müssen erstmal reichen.
In San Antonio, Teaxs, muss der Zug zwei Stunden warten, da haben wir natürlcih einen Stadtbummel gemacht.
An manchen Bahnhöfen gibt's nicht mal mehr ein Gebäude
Kurzer Stop-Over im tollen (zum Glück schon bekannten) New Orleans, wo jeder auf seine Kosten kommt.
aber auch im Lounge-Wagen kann man sich entspannen.
In Birmingham kam mein großer Einsatz: Ich habe allen Leuten, die die Treppe hochkamen, wo sich ihr Wagen befindet (das Ein- und Aussteigen ist meist recht schlecht organisiert)
Atlanta konnte man schön vom Bahnhof aus sehen.
Irgendjemand hatte eine schlaue Idee, als diese Liegewagen gebaut wurden und hat in jedes Zweier (!)Abteil ein Klo einbauen lassen..
Das letzte Stück durchs vertraute Virginia und über Alexandria an der National Mall vorbei bis zur Union Station in DC