Thursday, July 5, 2007

A Capitol Fourth

Eine Umfrage ergab diese Woche, dass 69% der US-Bürger ihre Häuser zum Unabhaängigkeitstag, dem 4. Juli (1776) mit Flaggen schmücken. Bei uns sah es allerdings nicht überall so aus wie hier

so dass wir davon ausgehen, dass es Gegenden in den USA gibt, in denen die 100% erreicht werden.
Im Holocaustmuseum durften am 3. Juli alle schon 2 Stunden früher nach Hause und bei meiner Läufergruppe wünschte man sich abends schon einen "Happy Fourth!" Die meisten Leute haben am 4. Juli frei, Läden, Museen... sind aber wie immer geöffnet.

Wir waren zu Freunden nach Takoma Park, einem Vorort von DC, eingeladen, der als relativ alternativ gilt. Traditionell gibt es in vielen Orten und Stadtteilen zum 4. Juli kleine Paraden, mit den üblichen Gruppen wie z.B. diesen:


In Takoma gab es aber auch viele kleine politische Gruppen, die gegen den Krieg, den Straßenverkehr, für bessere Bildung, gesünderes Essen und Umweltschutz mitmarschierten:


Bezeichnend: auch beim Umzug haben es sich die Amis in ihren nie fehlenden Campingstühlen bequem am Straßenrand eingerichtet.


Danach ging es dann zum ebenfalls traditionellen Nachbarschaftsstraßenfest, bei dem man die Offenheitheit der Amerikaner auf eine sehr nette Art und Weise erleben konnte

mit Band,

Tanz

und BBQ

Und das alles in einem politischen Umfeld, das den sonst so nationalistischen Feiertag sehr angenehm gemacht hat. Diese Schilder sind aus den umliegenden Gärten:




Aber abends wollten wir dann das mainstraem-Leben auch noch miterleben und gingen auf die National Mall, auf der ein Konzert mit anschließendem Feuerwerk stattfand. Nicht nur wegen der Anschläge in Großbrittanien musste man zuerst nach langem Schlangestehen durch Sicherheitsschleusen:

Das Konzert hatte dann schon nationalistischere Töne mit Nationalhymne und Gedenken an die gefallenen und sich im Einsatz befindenden Soldaten und ihren Familien. Aber das National Symphonie Orchestra durfte West Side Story, Country Music und vieles andere begleiten

Und im Anschluss ein nicht enden wollendes Feuerwerk, bei dem unsere jugendlichen Nachbarn versuchten "U - S - A, U - S - A" - Massenrufe zu starten. Aber die anderen 500.000 wollten dann doch schnell nach Hause, in der Hoffnung, nicht zu lange im Stau zu stehen, denn der war schon vorausgesagt.