Wednesday, October 27, 2010

Herbsttagebuch

Zu den verschiedenen Aktivitäten der letzten Wochen reicht es leider nur zu einem kurzen Überblick. Ein letztes Mal waren wir am Strand. Mit neuentdecktem Taco-Restaurant.

Nach dem leider nicht so regelmäßig stattfindenden Streichquartett.

Häufiger gibts dafür die kostenlosen oder vergünstigten Karten für Konzerte. Hier beim Schuman-Abend mit Andras Schiff (den man leider nicht fotografieren durfte, auch wenn er es wert gewesen wäre).

Endlich auch ein Besuch im neu eröffneten Hofbräuhaus. Nach dem Publikum, das wir dort antrafen, kann ich nun verstehen, warum so viele Amis so scharf aufs Oktoberfest sind.

Am letzten Wochenende dann die obligatorische Fahrt in den Indian Summer. Am ersten Tag allerdings in einer speziellen Landschaft in West-Virginia, die besonders hoch liegt und in der der Indian Summer schon längst vorbei war.




Schön, dass es manchmal auch noch traditionelle Motels gibt.

Und wie immer hatten wir Spaß an einem der vielen Kleinstädtchen, die ihre Hochphase schon lange hinter sich haben.

Das gilt vor allem auch für den Bahnanschluss. Würde sich die Amis nur für die modernen Züge so interessieren wie für die historischen...

Auf dem höchsten Berg des Bergstaates West-Virginia.

Und dann doch noch die tollen Farben des Indian Summer, die auf Fotos meist nicht zu erkennen sind.

Auf diese Felsen konnte man hochsteigen.

Zurück in DC gab's gestern dann wieder einen der Höhepunkte unseres Stadtteils: Das High-Heel Rennen in der 17. Strasse.


Aber parallel dazu läuft natürlich weiterhin der Wahlkampf mit unendlichen Negativ-Werbespots im Fernsehen. Denn sind angeblich die einzigen, die wirken. In sechst Tagen wird man sehen, ob sich Obamas Einsatz im ganzen Land gelohnt hat und wie er weiter regieren kann.

Thursday, October 14, 2010

Suburbian Nation

Langsam muss ich anfangen, an meiner Liste aller Dinge, die ich noch sehen will, zu arbeiten. Deshalb am letzten Wochenende dieses Ziel:

Schon die Fahrt dorthin war ein Teil der Liste: Eine der Endstationen des Washingtoner U-Bahnnetzes, das teilweise recht weit ins Umland reicht. Wo es dann manchmal auch schon sehr vorortsmäig aussieht, nicht wie in Berlin kleine nette Städtchen am Ende der S-Bahn-Linien.

Weiter dann mit dem Fahrrad mit einer kleinen Überraschung: Ein U-Bahn-Depot! Weitere Fotos konnte ich leider nicht machen, sonst wäre ich wahrscheinlich von der strengen Wärterin festgenommen worden. Bahnfotos sind hier ähnlich wie in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion verboten.

Dann auf dem Weg eine weitere Ablenkung, an der ich zunächst wegen des Essensangebots nicht vorbeifahren wollte.

Aber schnell merkte ich, dass dies eigentlich auch eine wichtige US-amerikansiche Erfahrung sein würde, der Traum vom Leben in Suburbia.

Landschaftlich eigentlich sehr schön gelegen, aber dann doch sehr steril und eintönig zugebaut. Das Interesse der Leute war allerdings groß und am Essen kanns eigentlich nicht gelegen haben. Aber wahrscheinlich gehört Häuser Anschauen auch schon zum Traum vom amerikansichen Leben und ist eine beliebte Wochenendbeschäftigung für die ganze Familie. Meine KollegInnen reden auf jeden Fall gerne darüber.

Eigentlich interesierten mich die Häuser gar nicht so von Innen, aber zum Glück ging ich dann doch in eines rein.

Denn hier kam die (rustikale) Lebenskultur und der Kissen-Fetischismus der Amis erst richtig zur Geltung.


Auf dem weiteren Weg dann ein anderer Teil der Vorortskultur: Obwohl es ein gutes Metro-Netzt gibt, fahren die meisten Leute aus diesen weit außerhalb liegenden Vororten doch mit dem Auto zur Arbeit. Und dafür sind immer wieder neue Straßen nötig. Die dann auch bald schon wieder verstopft sein werden.

Und mittendrin endlich das Straßenbahnmuseum, das zum Glück vom Autobahnbau profitiert hat: Weil die neue Straße über sein Gelände geht, haben sie große Ausgleichzahlungen bekommen, mit denen sich der Verein endlich gut finanzieren kann.

Und wie passend: Die Straßenbahn gehört auch zur Geschichte von Suburbia: Die Ansiedlung der Leute im Umland fing nämlich Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Straßenbahnbau an. Damals gab es auch in den USA rießige Netzte, die weit ins Umland hinausgingen.

Heute fahren die Bahnen nur noch auf einer extra fürs Museum gebauten Liebhaberstrecke. Aber bald soll es auch in DC - wie in vielen anderen US-Städten - wieder Straßenbahnen geben. Leider wohl erst ab 2012. Muss also auf eine Liste für später.