
Das andere große Steuerthema dieser Woche aber war natürlich der Rücktritt der zwei nominierten Obama-Kabinettsmitglieder und die Diskussion über den neuen Finanzminister(!), der seine Steuerschulden von $43.000 nicht dann zurückzahlte, als er es merkte, sondern erst als er nominiert wurde. Hier die Herren Geithner und Dashle.

Man kann sich sicher mit dem komplizierten Steuersystem herausreden, aber entscheidender sind glaube ich zwei andere Punkte: Das Bewusstsein, Steuern zahlen zu müssen, ist hier (sicher auch aus ideologischen Gründen) noch geringer als in Deutschland. Dies wird aber vor allem dadaurch gefördert, dass man bei seiner Steuererklärung kaum Nachweise erbringen muss und sowohl bei individuellen Steuererklärungen, insbesondere aber auch bei betrieblichen Steuererklärung so gut wie keine Prüfungen stattfinden. Trotzdem ist der Internal Revenue Service (IRS), das nationale Finanzamt, natürlich immer der Böse.

Schon im Wahlkampf spielte auch das Thema Steuern eine große Rolle, John McCain, der für Steuersenkungen eintrat und versuchte Angst zu schüren, dass sein Gegener Steuern erhöhen würde. Und Obama, der um gewählt zu werden, ebenfalls Steuersenkungen versprach, obwohl seine ehrgeizigen Reformprojekte sicherlich eher mehr Steuern zur Finanzierung benötigen. Und jetzt in der Krise auch hier die Diskussion ob man die Wirtschaft eher mit zusätzlichen Ausgaben oder mit Steuersenkungen ankurbeln kann. Leider sieht es so aus, dass der zur Stunde im Kongress entstehende Kompromiss zum "Stimulus-Gesetz" den Republikanern mehr Steuersnkungen zugestehen wird. Für mich völlig unverständlich und ärgerlich.

Aber Steuersenkungen hin oder her. Ich werde in den nächsten Wochen erstmal davon leben, dass die Steuergesetze so kompliziert sind und auch meine nächsten 10 Samstage intensiv der Hilfe anderer bei ihrer Steuererklärung widmen.