Saturday, December 6, 2008

Transition und Inauguration

Genauso perfekt wie Obama seine Wahlkampange durchgeführt hat, hat er auch seine sogenannte "transition" bis zur Amtseinführung am 20. Januar in Angriff genommen und hat mit seinen bisherigen Nominierungen bis weit in konservative Kreise hinein nur positive Kritik bekommen. Einer der Höhepunkte davon war sicherlich die Nominierung Hillary's, die viele Erinnerungen an den Wahlkampf weckte (und nochmal zeigte, dass es beim Wahlkampf um Kampf ging und nicht um Politik).

Ich finde eine schöne Lösung für Hillary, auch wenn es die letzte Station ihrer politischen Karriere bedeutet. Sie hat sich wohl dafür entschieden, weil sie im streng nach Senioritätsprinzip organisierten Senat erst nach vielen Jahren Hoffnung auf einen bedeutenden Posten gehabt hätte. Und eine weitere Präsidentschaftskandidatur ist nun wohl ausgeschlossen.
Seinem Wahlversprechen alle AmerikanerInnen einzubinden treu ist Obamas(bisheriges) Team sehr in der politischen Mitte angesiedelte, was mich immer wieder betonen lässt, dass von Obama keine links-liberale Politik zu erwarten ist. Aber vielleicht bringt sein effektiver Arbeitsstil wenigsten die Lösung für lange vernachlässigte Probleme. Und auch ein anderes Versprechen versucht er einzulösen: In den nächsten Wochen werden alle BürgerInnen eingeladen, eigene Vorstellungen einzubringen. Ich bin gespannt, wie das funktionieren wird.

Interessant ist aber finde ich, dass die Postenvergabe bisher tatsächlich viele Bevölkerungsgruppen stärker berücksichtigt, als das in der Vergangenheit der Fall war: 46% Frauen, 18% Schwarze (Anteil in der Bevölkerungen 14%)... Wir nun gar eine offene Lesbe Erziehungsministerin?
Neben der Diskussion um die politischen Nominierungen und die Auswahl des Hundes, den die Obamakinder Sascha und Malia als Wahlgeschenk bekommen werden, ist die Inaugurationsfeier am 20. Januar das große Thema, insbesondere natürlich hier in Washington.

Mit alle historischen Rekorde brechenden erwarteten Teilnehmerzahlen zwischen ein und fünf Millionen, sind hier natürliche viele Vorbereitungen zu treffen. Wir überlegen noch, ob wir unsere Wohnung für diese Woche vermieten sollen und bei Freunden unterkommen können, denn die Preise pro Nacht liegen derzeit bei $500. Auch wegen des zu erwartenden Verkehrchoas wird unser Büro am 20. Januar wohl geschlossen bleiben, so dass ich den historischen Tag richtig miterleben kann. Und um richtig feiern zu können ist für diese Januarwoche sogar die Sperrstunde in den Kneipen aufgehoben. Wenn das nicht mal historisch ist, wo sich gerade gestern der Tag der Aufhebung der Prohibition zum 75. mal jährte.