Sunday, September 20, 2009

Wieder im Alltag

Die größte Veränderung im Büro wurde mir von jedem Kollegen mitgeteilt: Did you hear the big news? Das nette Asia-Buffet, in dem ich fast jeden Mittag gegessen hatte, weil es günstig, schnell und nett zum draußen sitzen war, hatte während meines Urlaubs völlig überraschend geschlossen.

Allerdings betrifft das außer Braxton und Debbie niemanden im Büro, denn alle anderen essen, wie das in US-Büros üblich ist, an ihrem Arbeitsplatz und surfen dabei weiter im Internet.
Das viele leckere Südstaaten-Essen muss natürlich auch wieder abtrainiert werden und zur Lauf-Motivation gab's auch gleich eine Party mit meinen frontrunnern (mit sehr umfangreichen Buffet...).

Edles Essen an einem der tollsten Orte in der Stadt gab's dann auch bei einem Empfang zu Ehren des Starts von RadioFreeEurope/Radio Liberty in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion, dem US-Radio für "Free Media in Unfree Societies".

Nach dem etwas lahmen Grußwort des Sonderbeauftragten der US Regierung für Afghanistan/Pakistan und ehemaligen US-Botschafters in Deutschland, Richard Holbrooke, gab's dann eine erstaunlich interessante und der US-Politik gegegnüber kristische Diskussion, bei der die meisten TeilnehmerInnen die Veranstaltung mit gefülltem Magen schon wieder verlassen hatten. Afghanistan hätte das viele Geld, das dieser Empfang gekostet hat, sicher effektiver ausgeben können, aber so läuft das (wahrscheinlich nicht nur) hier in der Politik.
An diesem Wochenende dann wieder meine beliebten, zweimal im Jahr stattfindenden DC Walking Tours. Die erste zur (Alkohol)Enthaltsamkeitsbewegung.

Mir war bisher nicht klar, dass die 1919 eingeführte, 14 Jahre dauernde Prohibition, unter anderem deshalb durchgesetzt werden konnte, weil fast alle Brauerreien in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts in deutscher Hand waren. Die Deutschenfeindlichkeit mit Kriegseintritt der USA 1917 war so groß, dass die seit Jahren für Alkoholverbote kämpfenden protestantischen Gruppen dies ausnutzen und ihr Ziel erreichten.
Heute dann eine sehr nette Tour durch das an Dupont Circle angrenzenden Logan Circle District.

Nachdem wir alle deutschen Town-Hall Veranstaltungen, Duette und Dreikämpfe über das Internet verfolgt haben, freuen wir uns jetzt natürlich auch auf die Wahlparty am nächsten Wochenende, ob in der deutschen Botschaft, bei der Ortsgruppe der Grünen in Washington oder doch auf dem Sofa...Leider kann ich nicht mit nach Pittsburg, um die Kanzlerin auch dort zu verfolgen.