Friday, December 14, 2007

QuickBooks und Checking


In seinem Bemühen, mir auch anspruchsvollere Aufgaben zu übertragen, hat mich Braxton diese Woche für zwei Tage zusammen mit drei weiteren KollegInnen zu einem QuickBooks-Buchhaltungsseminar geschickt. QuickBooks wird von 80% der kleinen Unternehmen in den USA genutzt, weil es eigentlich nicht für Buchhalter geschrieben ist, trotzdem aber die vollständige Buchhaltung "im Hintergrund" erledigt und somit sowohl für Buchhaltungslaien wie "echte" Buchhalter nutzbar ist.
Es hat mir viel Spaß gemacht, mich endlich wieder intensiv mit Buchhaltung bzw. entsprechender EDV zu beschäftigen und die Chancen, während meines Praktikums auch intensiver in die Buchhaltungstätigkeiten miteinbezogen zu werden, sind dadurch weiter gestiegen. Sie sind es auch deshalb schon, weil eine der BuchhalterInnen vor kurzem auf amerikanische Weise mal eben entlassen wurde...
Mein Verdacht und die Beobachtung aller Europäer die hier leben hat sich im Seminar noch einmal bestätigt: Das zentrale Zahlungsmittel ist in den USA der Scheck:
Nicht nur im Supermarkt zahlen viele Leute mit Scheck, sondern z.B. kann unsere Telefonrechnung NUR mit Scheck bezahlt werden. Aber auch bei uns im Büro läuft alles mit Schecks und man kann sich vorstellen, welch ein Aufwand das ist. Drucken, einzeln unterschreiben, verschicken, zur Bank bringen... Vor kurzem hat ein Kunde angekündigt, er würde seine Rechnung überweisen. Sofort bekam ich die Aufgabe, das Konto genau zu überwachen, wann das Geld einginge. Aber meine größte Freude nun im Kurs: Wenn eine elektronische Überweisung getätigt wird, stellt man sich mit dem Buchhaltungsprogramm einen Ersatzscheck aus! An die elektronische Übernahme der Bankdaten ins Buchhaltungsprogramm ist hier noch lange nicht zu denken und zumindest auch unsere rießige Telefonfirma bringt ihre Schecks wohl täglich zur Bank.
Als ich nun auch ein Konto zur Einzahlung meiner Gehaltsscheck eröffnete, bekam ich mehrere Stapel Scheckbücher zugeschickt, zusammen mit einer Schecksammelbox zum Basteln. Das Anmelden zum online-Banking wiederum konnte ich einfach so machen, ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen. Als ich heute bei der Anmeldung zur arbeitgeberfinanzierten Monatskarte (ich bin der einzige im Büro, der nicht mit dem Auto kommt, was die anderen nicht verstehen können) die Zahlungsart Überweisung wählte (und dafür komplizierte Formulare ausfüllen musste), waren die BuchhalterInnen ganz aufgregt. Das hatten sie bisher noch nicht gemacht.