Sunday, September 28, 2008

Abschied vom Eastern Market

Am Dienstag findet nun endlich unser Umzug statt und auch wenn wir dank der niedrigen Stundenlöhne für Serviceleistungen ein Umzugsunternehmen engagiert haben, stand dieses Wochenende doch im Zeichen des Kisten packens.

Gut dass wir am letzten Wochenende noch einmal an der Atlantikküste waren und unglaublich große und tolle Wellen erlebt haben.

Die politische Woche war nach den vielen Diskussionen um die Finanzkrise gekrönt von der ersten Fernsehdebatte der beiden Präsidentschaftskandidaten, der wir wie 100 Millionen andere auch lange entgegen gefiebert hatten und mit großem Interesse verfolgt haben. Aber sie war nicht nur langweilig sondern auch schockierend, weil keiner von beiden sich traute, klare Worte zu den Folgen der Finanzkrise für den Haushalt und damit die Gestaltungsmöglichkieten des nächsten Präsidenten zu sagen. Aber kein Wunder, denn der Glaube an den freien Markt ist hier so fest in den Köpfen der Menschen verankert, dass mit staatlicher Regulierung keine Stimmen zu machen sind. Aber immerhin ist für John McCain auf einmal nicht mehr Ronald Reagan sondern Teddy Roosevelt das Vorbild. Das sagt dann doch einiges. Und wir freuen uns nicht nur, dass sich Obama in der Fernsehdebatte gut geschlagen hat während Sarah Palin in den wenigen Interviews, die sie gibt, sich so dumm anstellt, dass sogar schon Republikaner ihren Rücktritt fordern. Obama hat bei den unzähligen Umfragen wieder zugelegt.

So sehr wir uns auf die neue Wohnung und vor allem ihre Lage freuen, ein Umzug ist doch auch immer ein Einschnitt und Abschied von Vertrautem. So haben wir heute das hochsommerliche Wetter noch einmal zum Kaffetrinken am Eastern Market genutzt.

Und da wir das Oktoberfest in Capitol Hill gestern verpasst haben, gibt's gleich noch ein vertrautes und doch ganz anderes Bier.