Saturday, October 31, 2009

Hat sich was geändert?

Eine immer wieder gestellte Frage, sowohl hier unter AmerikanerInnen als auch aus Deutschland ist die, ob man eigentlich merkt, dass sich durch Obama's Präsidentschaft etwas geändert hat. Ich bin immer überrascht, wie skeptisch und kritisch viele hier sind und es fällt ja tatsächlich schwer, konkrete Veränderungen zu benennen. Eines hat sich aber m.E. doch extrem geändert: Der Stil, mit dem Obama Politik betreibt und die vielen symbolischen Akzente, die er setzt. Und seine Aktion diese Woche war eine der für mich bisher eindrucksvollsten.

Es ist manchmal schwer zu ertragen, mit welcher Selbstverständlichkeit Krieg hier als Mittel zur Lösung von Konflikten gesehen wird. Und dazu gehört auch der nicht nur selbstverständliche, sondern meist verehrende Umgang mit Soldaten. Oft sagen wildfremde Menschen zu Soldaten, die sie auf der Straße treffen: Thank you for your service. Damit machen sie es sich sehr einfach, denn die meisten Soldaten dienen ja nur aus finanziellen Gründen. Hatte die Armee vor zwei Jahren noch große Rekrutierungsprobleme, hat sich das durch die Wirtschaftskrise nun alles gelöst.
Obama hat es sich da schon etwas schwerer gemacht und ich bin überrascht, wie sehr mich das Bild vom Präsidenten vor den ankommenden Särgen der Soldaten beeindruckt hat. Seine politische Entscheidung in Bezug auf Afghanistan wird wahrscheinlich nicht so anders sein, aber immerhin scheint sie überlegter und verantwortungsvoller zu sein.

Monday, October 26, 2009

Herbstprogramm

Welch schockierende Entdeckung beim Blick aus dem Fenster am Samstagmorgen:

Dabei war es so praktisch, in Hausschuhen über die Straße gehen zu können, um das Abendprogramm spontan zu bestimmen. Ob wir jetzt zur Konkorrenz Netflix wechseln? Ein Internet-Anbieter, bei dem man sich bequem zu Hause seine Filme aussucht und sobald man den gesehenen zurückschickt, den nächsten zugesandt bekommt.
Aber zum Glück ist das kulturelle Programm in der Hauptstadt so umfangreich, dass wir das (noch?) nicht nötig haben. Sei's das schwul-lesbsiche Filmprogramm oder kostenlose Kammermusikabende in der Library of Congress.

Oder das Verdi-Requiem in der National Cathedral, die so groß ist, dass die Musiker für den hinteren Teil auf Leinwänden übertrage wurden - nicht nur angenehm. Lecker dafür die anschließende Apfelprobe bei einem Mitsänger, dessen Mitbewohner sich auf das Erforschen der verschiedensten Apfelsorten spezialisiert hat. Von den einst 18.000 um 1900 gibt es heute nur noch 6.000. Und um die leckersten zu finden braucht man eindeutig einen Spezialisten.

Das beste Alternativprogramm zu Blockbuster ist aber der Indian Summer, wobei es immer nicht so einfach ist, die Stellen zu erwischen, an denen er gerade auf dem Höhepunkt ist.

Was hier wie die Schlossbrücke aussieht, ist tatsächlich auch eine.

Auf der Rückfahrt gabs dann (nicht nur) leckere Apfelsorten zu kaufen.

Und wo könnte man einen gelungen Wandertag besser beenden als beim Blue Cheese Burger im Hotel Strasburg in Strasburg, Virginia, das 1761 von einem Mannheimer gegründet wurde?

Wednesday, October 14, 2009

Die Eltern bei Obama zum Frühstück

So war die Reise angekündigt und wie man sehen kann, war nicht nur Michelle sehr erfreut über den Besuch.

Die anderen Sehenswürdigkeiten eignen sich aber auch immer gut für die Erinnerungsfotos und nach vielen gelaufenen Meilen merken alle Besucher dann doch, dass es gut ist, länger als einen Tag in Washington zu bleiben.

Auch für uns wieder neue Sehenswürdigkeiten. Diesmal das noch frische Grab des dritten Kennedey Bruders, der nun auch auf dem rießigen Arlington Cemetery liegt. Auch für ihn gibt es nur ein schönes schlichtes Kreuz, wie für Bruder Robert und nicht wie für den Präsidenten ein ewiges Feuer.

Abends dann die vertrauten Stärkungsmöglichkeiten.

Auch kulturell gibt es in der Hauptstadt immer einiges zu erleben.

Vor allem und mit besonderer Freude beim amerikanischen Essen, dass uns jetzt nach den intensiven Tagen wieder zu mehr Yoga und Laufen motiviert...

Saturday, October 10, 2009

Jury-Entscheidungen aus US-Sicht

Die letzten Tage haben wieder interessante Einblicke gebracht, wie unterschiedlich man die Welt sehen kann. Zunächst war da die Entscheidung zum Austragungsort der Olympischen Spiele 2016. Vor- und nachher wurde hier hauptsächlich diskutiert, ob es gut ist/war dass Obama persönlich nach Kopenhagen geflogen ist.

Nach der Entscheidung wurde dann aber in allen (auch den seriöseren) Medien auf das korrupte IOC Kommitee eingedroschen. Sicherlich mag das IOC korrupt sein, aber dass Südamerika vielleicht auch mal an der Reihe ist, nachdem die USA schon zig-male den Austragungsort stellen durften, wurde nicht als legitimer Entscheidungsgrund in Erwägung gezogen.
Andere Gründe sind natürlich noch wahrscheinlicher...

Dann wurde eine Woche lang jeden Tag besonders hervorgehoben, dass auch dieses Jahr die meisten Nobelpreise an US-Amerikaner gingen. Bis zum Literatur-Nobelpreis. Da hieß es dann auf einmal, dass das Nobelpreis-Kommitee ja sehr eurozentristisch sei und es wurde aufgezählt, dass es eigentlich viele andere wichtige Literaturpreise gäbe (alle die natürlich, die hauptsächlich von Amis gewonnen wurden).
Ich habe mich dafür besonders gefreut, dass wir schon damals auf unserer Rumänienreise diese interessante Autorin gelesen haben. (Wer erkennt den Straßenbahnwagen in ihrer Heimatstadt?)

Und dann die Krönung aller Preise am Freitag morgen um 5 Uhr Orstzeit. Schon ganz beeinflusst von der US-Sicht war auch ich zunächst sehr skeptisch, ob das eine gute Entscheidung war. Inzwischen glaube ich aber, dass sie gut ist, freue mich für Obama und hoffe, dass sie ihm neue/weitere Energie gibt, für den "Change" zu kämpfen, den er eigentlich versprochen hat, auch wenn er sicher nicht so aussehen wird, wie ich mir das wünschen würde.
Aber bei der unterschiedlichen Bewertungen dieses Preises zeigt sich am deutlichsten die unterschiedliche Sicht auf die Welt und wie Politik für eine bessere Welt aussehen kann. Es zeigt sich aber eben auch, welche politischen Ziele mit solchen Preisen verbunden sind. Und wie gut, dass der Nobelpreis von Europäern vergeben wird.

Letzte Vorbereitungen

vor dem hohen Besuch. Diese Problem beschäftigte mich ja auch schon einmal am Anfang meiner US-Zeit.

Monday, October 5, 2009

3. Oktober in Washington

Diesmal war Niedersachsen das ausrichtende Bundesland bei den Feierlichkeiten in der deutschen Botschaft.

Für den Ministerpräsidenten interessierte sich allerdings niemand, er lief ganz gelangweilt mit seiner Frau durch das große, sehr schön gelegene Anwesen. Wahrscheinlich kannte ihn hier auch kaum jemand. Dabei hat Niedersachsen ja einiges zu bieten.

Kulinarisch konnte sich hier jeder zu Hause fühlen.

Und auch die Mauer kommt in den USA immer gut an, in Washington stehen alte Mauerstücke an mehreren Stellen:

Aber egal welches Bundesland ausrichten darf: am Ende ist deutsche Kultur in den USA dann doch immer auf das eine reduziert, begleitet vom Bundeswehrbalsorchester: