Wer mich kennt, kann sich vorstellen, dass ich auch hier diese wichtige Stunde am Tag habe, in der ich ungern gestört werde. Nicht wie in Bremen mit der WG und Tappsi und den schönen Lokalnachrichten Buten un Binnen und auch nicht wie in Berlin mit der trutschigen Abendschau, eigebettet zwischen heute und tagesschau. Sonder so:
Hier beginnt die Newsstunde schon um 6 pm mit der Sendung, die den passenden Namen Newshour (mit Jim Lehrer) trägt und tatsächlich eine Stunde lang geht. Sie kommt auf PBS, einem Zusammenschluss von 354 nicht-kommerziellen lokalen TV-Stationen, die von öffentlichen Einrichtungen, politischen Stiftungen, Universitäten und einzelnen Firmen finanziert werden. Sie versucht, möglichst objektiv und seriös zu berichten. Am Anfang steht ein 5-10 minütiger recht trockener Nachrichtenüberblick dem ca. 5 Themenblöcke folgen, die meist aus recht zähen Interviews bestehen und nur teilweise interesant sind. So kommt es, dass wir meist schon um 6.30 zu ABC World News mit Charles Gibson umschalten. Für einen Privatsender eine recht gute Nachrichtensendung, sie ist auch die meist gesehene Nachrichtensendung in den USA (7,30 Mio täglich). Mit zunehmender Sendezeit werden allerdings die Werbepausen immer häufiger und die Themen immer unterhaltender.


Und so ist es schön, dass man um 7 auf einen anderen PBS-Sender umschalten kann, auf dem eine BBC-World Nachrichtensendung kommt, die im Gegensatz zu den amerikanischen Nachrichtensendungen auch intensiver über das europäische und weltweite Geschehen berichtet. Der gute Ruf, den BBC hat(te) ist teilweise aber nicht mehr berechtigt.
Mein Bedürfnis nach Lokalnachrichten könnte ich den ganzen Tag über befriedigen. Da diese Sendungen auf den verschiedensten kommerziellen Sendern aber hauptsächlich aus Morden, Bränden und Unfällen bestehen (die dann meist auch noch als breaking news aufgemacht werden), wie man sich amerikanisches Fernsehen eben vortsellt, mache ich das erst um 11 zum Ausklang des Abends mit Kopfhörer. In einer seltsamen Themenzusammenstellung kommen zwischendurch aber auch einige lokalpolitisch interessante Themen, manchmal unvermutet auch nationale oder sogar internationale Themen. Der Höhepunkt ist aber eindeutig der Wetterspezialist, auf dessen Vorhersage die ganze Sendung über hingearbeitet wird. Wie bei allen Nachrichtensendungen ist auch hier doe "anchor"-Person wichtig, bei meiner Sendung ist es Maureen Bunyan, die von den vielen tragischen Ereignissen (wie auch vom Wetter) meist persönlich ganz erschüttert ist.

Nach 7.30 gibt es (ausgenommen von den Wiederholungen der BBC-Nachrichten um 10 und um 12) keine ernstzunehmenden Nachrichtensendungen mehr und auch die vorher erreichen bei weitem nicht das Informationsniveau der deutschen Nachrichten, so dass wir oft zum internet greifen. Seit einiger Zeit ist die ARD technisch auch so weit, dass wir nicht immer nur das heute-journal anschauen müssen. Und ein besonderer Höhepunkt war dann die Wahlberichterstattung nach der Bürgerschaftswahl in Bremen, dessen Marktplatz man bei genauem Hinsehen im Fenster erkennen kann: