Saturday, May 23, 2009

Tennessee und Kentucky (Teil 1 Great Smokey Mountains)

Unserem Ziel, alle 50 Bundesstaaten zu bereisen, sind wir nach unserer Frühjahrsreise mit zwei (bzw. drei) Staaten wieder ein Stück näher. Erste Station war allerdings noch in Asheville in North Carlolina, einer kleinen Stadt am Fusse der Great Smokey Mountains, die nicht nur für eines der größten Ensembles von Art Deco Gebäuden bekannt ist, sondern auch für ihren alternativen (Hippi) Lebensstil.

Ein nettes Hostel für die Unterkunft, viele kleine alternative Läden und ein (Weltklasse) vegeratrisches Resterauntangebot, dass selbst die größten Fleischliebhaber überzeugte!

Die Great Smokey Montains, der südliche Teil der Appalachen, sind zwar etwäs höher, erinnerten aber doch auch wieder (je nach Herkunft) mehr an die Schwäbische Alb oder den Schwazwald.

Mit dem Auto wie immer leicht zu erreichen, leider aber auch gezeichnet vom Waldsterben, das hier alledings hauptsächlich durch einen aus Europa eingeführten Käfer verursacht ist. Die Luftverschmutzung vor allem durch die unzähligen Kohlekraftwerke in den USA hat die Weitsicht in den letzen 100 Jahren von über 100 Meilen auf unter 20 Meilen reduziert.

Mein Traum, den über 2000 Meilen langen Appalachian Trail wenigstens ein Stück zu laufen, muss weiterhin warten, auch weil es immer noch keine GTA-üblichen Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten gibt. Und mit dem Wetter hatten wir auf einem Teilstück leider auch bei diesem Mal Pech.

Mehr Glück hatten wir dagegen mit der Tierwelt, so nah waren wir einem Bären bisher noch nicht gekommen. (Leider war das Fotografieren nicht so einfach)

Der große Unterschied zwischen den US-Berglandschaften und den europäischen Bergen ist, dass diese hier nicht über Jahrhunderte von Bauern als Kulturlandschaften genutzt wurden und wer Werner Bätzing kennt, weiss, was das für die Einmaligkeit der Landschaft bedeutet. In den USA hingegen wurden die wenigen Bauern, die sich hier im 19. Jahrhundert ansiedelten, aus den Nationalparks vertrieben, so dass sich die wilde Natur mit Wäldern und Buschwerk ausbreiten konnte, ein ganz anderes Bild. Witzigerweise gab es im Great Smokey Mountain National Park (den mit 10 Millionen Toursiten pro Jahr meist besuchen nationalparks der USA!) ein Tal, in dem man die alte Bauern-Kulturlandschaft künstlich aufrecht erhält. Und durch das sich im Sommer eine nicht endende Autoschlange schiebt.

Von den 10 Millionen Besuchern entfernen sich aber nur 5% weiter als 10 Meter von ihrem Auto. Die meisten vergnügen sich eher in den üblichen Sopping Malls oder im Freizeitpark der Country-Sängerin und Schauspielerin Dolly Parton.

Die ursprünglichen Bewohner der Berge sind allerdings fast alle vertrieben worden und nur noch der eine kleiner Teil der Cherokee Indiander lebt in einem Reservat in den Smokeys. Als sich die europäischen Siedler, die seit dem 17. Jahrhundert in der Küstenregion östlich der Appalachen gesiedelt hatten, Ende des 18. Jahrhunderts in und westlich der Bergkette siedleten, hatten sie zunächst oft noch guten Kontakt mit den verschiedenen Indianerstämmen. 1838 ordnete Präsident Andrew Jackson dann aber die Umsiedlung der Cherokee Idianer und ander Stämme ins weit enfernte Oklahoma an und verstieß damit sogar gegen eine Entscheidung des obersten Gerichtshofs. Von den 15.000 Indianern kamen auf dem Trail of Tears 4.000 ums Leben.

Heute nutzen die übrig gebliebenen Cherokees die Touristen als wichtige Wirtschaftsquelle mit einem historischen Dorf, einem großen Casino und einem Museum, das interessanter ist als das American Indian Museum in der National Mall in DC.

Teil 2 folgt...