
Nach der Entscheidung wurde dann aber in allen (auch den seriöseren) Medien auf das korrupte IOC Kommitee eingedroschen. Sicherlich mag das IOC korrupt sein, aber dass Südamerika vielleicht auch mal an der Reihe ist, nachdem die USA schon zig-male den Austragungsort stellen durften, wurde nicht als legitimer Entscheidungsgrund in Erwägung gezogen.
Andere Gründe sind natürlich noch wahrscheinlicher...
Dann wurde eine Woche lang jeden Tag besonders hervorgehoben, dass auch dieses Jahr die meisten Nobelpreise an US-Amerikaner gingen. Bis zum Literatur-Nobelpreis. Da hieß es dann auf einmal, dass das Nobelpreis-Kommitee ja sehr eurozentristisch sei und es wurde aufgezählt, dass es eigentlich viele andere wichtige Literaturpreise gäbe (alle die natürlich, die hauptsächlich von Amis gewonnen wurden).
Ich habe mich dafür besonders gefreut, dass wir schon damals auf unserer Rumänienreise diese interessante Autorin gelesen haben. (Wer erkennt den Straßenbahnwagen in ihrer Heimatstadt?)

Und dann die Krönung aller Preise am Freitag morgen um 5 Uhr Orstzeit. Schon ganz beeinflusst von der US-Sicht war auch ich zunächst sehr skeptisch, ob das eine gute Entscheidung war. Inzwischen glaube ich aber, dass sie gut ist, freue mich für Obama und hoffe, dass sie ihm neue/weitere Energie gibt, für den "Change" zu kämpfen, den er eigentlich versprochen hat, auch wenn er sicher nicht so aussehen wird, wie ich mir das wünschen würde.
Aber bei der unterschiedlichen Bewertungen dieses Preises zeigt sich am deutlichsten die unterschiedliche Sicht auf die Welt und wie Politik für eine bessere Welt aussehen kann. Es zeigt sich aber eben auch, welche politischen Ziele mit solchen Preisen verbunden sind. Und wie gut, dass der Nobelpreis von Europäern vergeben wird.