Monday, May 14, 2007

Arolsen und das Holocaustmuseum Washington

Da es mit einer Arbeitserlaubnis sehr schwierig ist und ich auf viel Glück warten und noch mehr Geduld aufbringen muss, habe ich mich entschieden, zunächst Freiwilligenarbeit zu machen, was hier auch weit verbreitet ist. So habe ich heute meinen Freiwilligen-Job im Holocaustmuseum Washington begonnen, der zum einen darin besteht, den Katalog des Datenbestands des Holocaust-Archivs in Arolsen zu übersetzen. Eine nicht ganz einfache Sache, die langen verschachtelten deutschen Sätze ins mir noch nicht ausreichend vertraute Englisch zu übersetzen. Aber deshalb neben dem Einblick in das Archiv eine nützliche Sache. Zum anderen soll ich Besuchern helfen, im bisher 200.000 Personen umfassenden Archiv von Holcaustüberlebenden nach Vorfahren oder ihnen bekannten Menschen zu suchen.

Mein Arbeitsplatz und Handwerkszeug:




Passend zu meinen Start tagte der heute der Kontroll-Ausschuss des Archivs in Arolsen, wozu die SZ diesen Artikel veröffentlichte. Zur Orientierung: diese Datenmenge aus Arolsen entspricht derjenigen, die das Holocaustmuseum hier in den letzten 25 Jahren zusammengetragen hat. Bisher haben sie nur den Katalog erhalten und hoffen, im Sommer dann den gesamten Bestand zu bekommen. Also noch viel Arbeit!


Holocaust-Archiv soll geöffnet werden
Bad Arolsen - Über eine möglichst baldige Öffnung des vom Internationalen Roten Kreuz betriebenen Holocaust-Archivs im nordhessischen Bad Arolsen soll bei der Jahrestagung des international besetzten Kontroll-Ausschusses beraten werden, die am heutigen Montag in Amsterdam beginnt. In dem Archiv, das als weltweit größte Dokumentensammlung über den Holocaust gilt, lagern Daten von etwa 17 Millionen Menschen, darunter teilweise komplette Belegungslisten aus Konzentrationslagern sowie Unterlagen über Tausende von Zwangsarbeitern. "Hinter jedem Dokument steht ein persönliches Schicksal und ein Name, der den detailliert aufgeschriebenen Leiden ein Gesicht gibt", sagt der neue Leiter des Archivs vom Internationalen Suchdienst (ISD), Reto Meister. Er plädiert für eine zügige Öffnung des Archivs, da es "ein lebendiges Mahnmal" sei, "das für die Nachwelt erhalten bleiben muss". Sein Vorgänger hatte sich jahrelang dagegen gestemmt, bis der Internationale Ausschuss, der sich aus Vertretern von elf Staaten zusammensetzt, 2006 für eine Öffnung eintrat. Mittlerweile sind sämtliche Dokumente digitalisiert, insgesamt eine Datenmenge von acht Tera-Byte, was etwa dem Speicherplatz von 80 PCs entspricht. Kopien könnten jederzeit verschickt werden, doch haben von den elf im Ausschuss vertretenen Ländern bislang nur sieben eine entsprechende Änderung der dem Archiv zugrundeliegenden internationalen Verträge ratifiziert. ckoQuelle: Süddeutsche ZeitungNr.110, Montag, den 14. Mai 2007 , Seite 5