Saturday, June 30, 2007

Rassentrennung und Schwimmbäder

Berichte über das Urteil des Obersten Gerichtshofes dieser Woche, das Programme zur besseren Verteilung und Mischung von Schwarzen und Weißen an Schulen auf Grundlage der Rasse verbietet, ist ja bis Deutschland vorgedrungen. Nicht nur an den Schulen, sondern in vielen anderen Bereichen gibt es eine starke Trennung zwischen den Minderheiten. In DC sind z.B. 95% der SchülerInnen an öffentlichen Schulen Schwarze, die Weißen gehen fast alle auf Privatschulen. In unserer schwulen "Stammkneipe" sind fast nur Weiße, während wir vor kurzem in eine anderen Kneipe gingen, in der fast nur Schwarze waren. Und auch die Wohnviertel sind schön nach schwarz und weiß aufgeteilt. Zwei Straßen hinter unserer Wohnung beginnt ein Stadtteil, in dem man nur Schwarze sieht.

Als wir letzte Woche ins nächstgelegene Freibad gehen wollten, sah das so aus:
Das Schwimmbad liegt unter großen Autobahnbrücken, ist winzig klein, kein grünes Blatt weit und breit und in einem sehr heruntergekommenem Zustand.



Es liegt im benachbarten schwarzen Stadtteil und es waren auch nur schwarze Kinder im Schwimmbad, so dass wir uns etwas fehl am Platz fühlten.
Ich habe daraufhin ein anderes Schwimmbad aufgesucht. Diesmal im weißen Stadtteil Georgetown.

Und siehe da: Diesmal nur Weiße im Bad, das in einem sehr guten Zustand ist und wunderschön von einem grünen Park umgeben ist.


Diese Woche fand zum ersten Mal eine (Fernseh-)Debatte der acht demokratischen PrasidentschaftskandidatInnen zum Thema "Black Americans" statt. Organisiert von der Howard University in DC, der ersten schwarzen Uni in den USA.

Für die DemokratInnen war es allerdings ein Heimspiel, sich u.a. mit diesen Themen auseinanderzusetzen: Schwarze Männer verdienen nur 75% dessen, was weiße Männer verdienen, die Wahrscheinlcihkeit, dass sie arbeitslos werden, ist doppelt so hoch. Die Wahrscheinlichkeit inhaftiert zu werden, ist sieben mal so hoch und die Haftzeiten sind im Durschschnitt um 10 Monate länger - für die gleichen Straftaten. Und eines der derzeit größten Probleme: Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren ist sieben mal so hoch.
Aber die Kandidaten hatten Glück: Die Fragen waren leider sehr unkritisch und die Veranstaltung diente wohl eher dazu, diese Fragen überhaupt in die Diskussion zu bringen und ein schwarzes Selbstbewußtsein zu zeigen. Trotz einiger Obama-Begeisterung am Anfang, bekamen alle Kandidaten viel Applaus für ihre freundlichen Worte.

Sunday, June 24, 2007

Bahnfahren

Diese Woche bin ich endlich einmal Bahn gefahren. Abgesehen davon, dass das Streckennetz sehr begrenzt ist, ist Bahnfahren hier leider auch viel teurer. Eine Fahrt nach New York kostet z.B. zwischen 95 und 150 €, je nachdem, wann man bucht und/oder fährt. Eine vergleichbare Strecke in Deutschland kostet 70 € (ohne Bahncard). Und eine Bahncard oder Sonderpreise gibt es leider nicht. Und "Grau"-Fahren ist hier leider nicht möglich, weil das Bahnfahren sehr aufwändig und mit vielen Angestellten organisiert ist, die sich Gedächtnisstützen machen, wer wann kontrolliert wurde:


Günstiger sind Pendlerzüge, die es in einigen wenigen Städten der USA gibt, die aber nur Montags bis Freitags fahren und normalerweise so, dass sie morgens in die Großstadt reinfahren und abend wieder raus.

Für Ausflüge also weder am Wochenende noch in kleinere Städte der Umgebung also ungeeignet. Dasgleiche gilt übrigens für die meisten Busverbindungen außerhalb der Städte. Die bekannte Greyhound-Busgesellschaft bietet nur sehr wenige Strecken und Ziele an und ist meist wegen vieler Zwischenhalte extrem langsam.

Bis in die 20er Jahre des 20.Jh. hatten die USA ein großes Eisenbahnnetz. Doch schon in den 30er Jahren hat sich das Auto so stark durchgesetzt, dass das Eisbahnsterben bereits in dieser Zeit intensiv begann. Gleichzeitig setzte eine große Welle des Auszugs der Menschen in die Vororte ein, die entsprechend nach den Bedürfnisses des Autoverkehrs gebaut wurden. Dass die Pendlerzuüge seit den 80er-Jahren wiederbelebt wurden und auch weiter ausgebaut werden, liegt nur daran, dass es im Berufsverkehr fast unmöglich ist, mit dem Auto in oder aus den Städten zu kommen.

Die Vorortzug oder -metrostationen bestehen meist aus rießigen Parkplätzen und -häusern, zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommt man nicht dorthin. Und das heißt auch: sobald abends die breit ausgebauten Straßen wieder leerer sind, käme keiner auf die Idee, mit dem Zug zu fahren. Und somit gibt es wenig Hoffnung auf eine richtige Wiederbelebung des Zugfahrens. Und obwohl hier viele neue Dinge sehr schick gemacht sind, kommt man sich auf den Bahnhöfen eher wie in einer Tiefgarage vor:


Aber großes Glück: Zwischen Washington DC und dem 66 Meilen nördlich gelegenen Baltimore, das wesentlich älter und aufgrund seines großen Hafens eine wirtschaftlich viel größere Bedeutung spielt(e) , gibt es den ganzen Tag über Pendlerzüge (aber nur Montags bis Freitags).

So konnte ich eine Ausflug dorthin machen und mir neben der Stadt auch noch eine Straßenbahnlinie anschauen, die auf der Trasse einer alten Eisenbahnlinie gebaut wurde.

Meine kritische Begutachtung fand ich am Abend bei Wikipedia bestätigt: Obwohl es eine Vorrangschaltung der Straßenbahn gegenüber dem Autoverkehr gibt, ist diese aus politischen Gründen nicht freigeschaltet, was die Konkurrenzfähigkeit stark reduziert.

Zu Anfang war ich beim Reisen übers Land verwundert, dass es viel mehr befahrene Gleise gibt, als ich dies aus dem Kursbuch(heftchen) entnehmen konnte.

Aber während der Personenverkehr per Bahn hier kaum eine Rolle spielt, werden 40% der Güter in den USA per Bahn transportiert, in Deutschalnd sind das nur 13%. Und damit kann man Geld machen, die vielen verschiedenen Eisenbahnunternhemen sind alles börsennotierte Aktienunternehmen. Allerdings ist das mit Abstand am meisten transportierte Gut Kohle, die die Grundlage für 50% der Stromgewinnung in den USA ist. Umweltschutz durch Bahntransport?

Klimaanlagen

Als bisheriger großer Kritiker von energieverbrauchenden, unnatürlichen Klimaanlagen, geniese ich nun doch auch ihre Vorzüge. An immer mehr Tagen hat es hier 35 Grad und eine kaum auszuhaltende Luftfeuchtigkeit. Und im Juli/August soll es noch schlimmer werden. Es gibt kaum einen Ort, der nicht mit einer Klimaanlage gekühlt wird, jedes Auto und jede Wohnung hat natürlich eine, aber auch große Bahnhofshalle und ähnliches werden auf 19°C (!) gekühlt. Und das ist das Wahnsinnige: Die Welt ist so organisiert, dass man auch im Hochsommer einen Anzug tragen kann. Da kaum jemand zu Fuß geht, mit dem Fahrrad fährt oder sich in einem Café im Freien aufhält, lebt man im Sommer eben nur in einer abgekühlten Welt. Selbst wenn es nachts kühler wird, lassen unsere Nachbarn ihre Klimaanlagen durchlaufen, so dass wir wegen des Lärms der Anlagen nur schwer lüften können. Für die Arbeit im Holocaust-Museum muss ich mir einen Pullover mitnehmen und als ich letzte Woche in einem Vortragssaal die Temperatur endlich einmal angenehm fand (vielleicht 21°C), kam zur Begrüßung als erstes die Entschuldigung, dass die Klimaanlage leider nicht richtig funktioniere. Es wird hier (entgegen vieler Vorurteile) viel über Umweltschutz diskutiert, aber die Frage, wieviel CO2-Ausstoß man dadurch sparen könnte, die Temperatur um z.B. 2° weniger zu kühlen, habe ich noch nicht gehört.

Monday, June 11, 2007

Gay Pride

Wir waren schon vorgewarnt, dass der CSD in Washington nicht so toll wäre, so dass wir mit dem Umzug am Samstag doch ganz zufrieden waren. Er hat finde ich ganz schön einige gesellschaftlichen Unterschiede gezeigt, auch wenn er insgesamt vertraut ähnlich war. Die richtig großen Wagen und die laute Musik zum Mittanzen fehlten allerdings.

Der Umzug fing (nach dem obligatorischen Start durch die lesbischen Motorradfahrerinnen) mit einer Unzahl Politiker an, angeführt von unserem Bürgermeister (hellblaues Hemd und Galtze, lieber heterosexuell und gutaussehend als homosexuell und ...)

gefolgt von unzähligen Bezirkspolitikern, die auch für ihre kleinen Wahlkämpfe einen (auch finanziell) großen Aufwand betreiben müssen

Und als bisher einzige Präsidentschaftskandidatin auch Hillary, allerdings nur vertreten durch ein schlechtes Double

Die nächste große Gruppe war ein sehr langer Block lesbischer und schwuler Familien

Einen der größten Applause bekamen und die Vertreter der Eltern und Freunde lesbischer und schwuler Kinder. Familie geht hier über alles.

Doch dann kam der größte und nicht enden wollende Teil des Umzuges: Unzählige religöse Gruppen mit Bischöfen u.ä.

Und dann noch einige amerikanische Gruppen: Cowboys gab's hier auch schon vor Brokeback Mountain

Das (schwule)Fitnessstudio "Results" mit dem größten Wages des Umzugs

und die besonders netten Fahrradkuriere, bei denen wir aber davon ausgehen, dass sie nach alter (schwuler!) These "die attraktivsten Männer sind heterosexuell" nur aus Solidarität dabei waren.


Beim Straßenfest gab's dann noch ein paar typisch amerikansiche Gruppen. Ich glaube, dass es hier mehr Hunde als Kinder gibt und geliebt sind sie mindestens genauso, nicht nur bei den Homosexuellen

Abtreibung ist (auch gerade im Wahlkampf) eines der großen "sozialen" Themen:

Der rießige Immobilienmarkt muss sich natürlich auch intensiv um die kaufkräftige Klientel kümmern:

Und die gewinnsüchtigen Amis schrecken nicht davor zurück, sich in lange Schlangen zu stellen, um bei solchen Verlosungen einen Lolli zu gewinnen:

Aber auch solche netten Stände von den homosexuellen Gartenfreunden gab es:

Wir haben uns amüsiert, hier mit vom Bürgermeister zugeworfenen Kette und Alkoholkontrollstreifen am Arm

Aber dieses Schild hat uns ganz schön auch wieder den Weg nach Hause gezeigt.

Alkohol

Um Vermutungen entgegenzuwirken, ich würde hier nicht auf meine Kosten kommen, hier ein paar Zeilen zum Thema Alkohol, das hier wesentlich strenger gehandhabt wird als in Deutschland. Was ja prinzipiell nicht verkehrt sein muss, wenn man das große und unterdrücke gesellschaftliche Problem des Alkoholismus bedenk. Aber die Frage ist trotzdem, wie man zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol kommt.
Man muss natürlich auch nicht gleich diese These vertreten:

Alkohol auf der Straße zu trinken ist (bekantlich) verboten, man kennt die Geschichten von in andere Gefäße umgefüllte oder in braunen Tüten versteckten Getränken. Auch beim am Wochenende stattgefundenen CSD wurde vorher von den OrganiosatorInnen gewarnt, dass man festgenommen würde, wenn man gegen dieses Gesetz verstößt. So fehlten uns doch sehr die üblichen Sektflaschen und wir waren auch auf keiner Privatparty am Straßenrand geladen, die sich auf ihrem Privatgrundstück so zu helfen wußten:

Umso erstaunter waren wir, dass es dann abends in der hiesigen Hauptkneipe J.R.'s sogar Bier im Freien gab, allerdings musste man dazu erst durch eine Ausweiskontrolle:

Beim gestrigen Straßenfest war dies allerdings schon etwas komischer. Es gab nur zwei kleine eingezäunte Bereiche, in denen man Bier und "liquors" trinken durften, in denen der Alkohol aber so rationiert war, dass diese Käfige eigentlich nur aus Schlangen bestanden.

Und so richtig Stimmung wollte beim Kontakt zum Bühnenprogramm nur durch den Zaun auch nicht aufkommen.

Ein anderes Problem: Die Lizenzvergabe für Alkoholausschank ist sehr reglementiert. Bei dem heißen Wetter sind die Abende hier das Schönste, aber mein geliebtes draußen sitzen schwierig. Denn die netten Cafés mit Außenflächen haben keine Ausschanklizenzen und fast alle anderen Außensitzgelegenheiten sind Restaurants (wobei wir beim Thema Essen zu allen Tages- und Nachtzeiten wären...).

Und doch komme ich ausreichen zu meinem Lieblingsgetränk:

Wodka Cranberry, wenn auch nicht im aus dem Roses bekannten Mischungsverhältnis.

Mit den Alkoholgesetzen ist hier übrigens nicht zu Spaßen. Letzte Woche musste eine Frau aus Virginia für 27 Monate ins Gefängnis, weil sie an ihre minderjährigen Kinder Alkohol ausgegeben hatte. Die Hauptsorge ist allerdings, dass die Jugendlichen alkoholisiert Auto fahren, denn das darf man natürlich minderjährig und ohne Auto kann man hier ja auch nichts machen...

Saturday, June 9, 2007

Führerschein

Seit gut zwei Wochen bin ich stolzer Besitzer eines amerikanischen Führerscheins, für dessen Prüfung ich 120 teilweise sehr einfache Fragen auswendig lernen musste. Zum Glück musste ich keine praktische Prüfung machen, die hier allerdings nur auf Verkehrsübungsplätzen stattfindet.


Da es in den USA kein Meldewesen gibt, übernimmt der Führerschein quasi die Rolle des Personalausweises. So gibt es auch Führerscheine ohne Fahrerlaubnis (!) die also nur als Ausweis dienen. Im Autoland USA bilden sie aber eher eine Ausnahme.

Bis zum 11. September 2001 reichte der Führerschein aus, um in die Nachbarländer Canada, Mexiko, in die Karibik und auf die Bermudas zu reisen. Seither benötigt man aber einen Reisepass, den bisher nur ein Viertel der US-Bürger besitzen, was dazu geführt, dass die Passämter so überfordert sind, dass schon viele ihre gebuchten Reisen absagen mussten, weil sie ihren Pass auch nach vielen Wochen und Monaten nocht nicht bekommen hatten.


Wegen der vielen Beschwerden ist diese Regelung seit gestern aber bis Ende September ausgesetzt und man kann wieder mit dem Führerschein reisen.

Der Führerschein erfüllt aber noch eine andere wichtige Funktion: da man in den USA erst ab 21 Alkohol trinken darf, muss man in allen Kneipen und normalerweise in Restaurants wenn man Alkohol trinken möchte, sein Alter nachweisen - egal wie alt man aussieht... Und dafür wird meist nur der Führerschein als Nachweis anerkannt. So muss ich meinen Reisepass nun nicht mehr mitnehmen, wenn ich abends ausgehe.

Monday, June 4, 2007

South Carolina

Nur zufällig hatten wir uns das "Memorial Day" Wochenende für den Beginn unseres 10-tägigen Urlaubs ausgesucht, das in den USA den Beginn der Sommer-Ferien-Reise-Monate darstellt, die bis zum Labour Day Anfang September reichen. Am Memorial Day wird der Toten der Kriege gedacht, was hier ja ganz aktuell ist. Seit der Verstärkung der Offensive im Irak im März sterben mehr und mehr amerikanische Soldaten, im Mai waren es mit 127 so viele wie schon lange nicht mehr. Überall sah man Gedenkveranstaltungen und Blumen auf den Friedhöfen:



Für große Aufregung sorgte aber auch, dass die Benzinpreise genau zu diesem Wochenende extrem angestiegen sind. Für deutschen Verhältnisse aber immer noch sehr angenehme 70 (Euro) Cent pro Liter. Nur dumm dass die amerikanischen Autos fast doppelt so viel verbrauchen wie die deutschen.

Diesmal sind wir noch weiter in den Süden gefahren, über North Carolina nach South Carolina,
über 850 km, und dort zunächst in die für amerikanische Verhältnisse sehr alte und schöne Küstenstadt Charleston. 1670 gegründet und durch die Ausbeutung von Sklaven auf Reis- und Baumwollplantagen reich geworden entstanden hier prachtvolle Villen, die im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Städten im Süden nicht im Bürgerkrieg zerstört wurden. Aber auch nicht im 20. Jahrhundert, in dem die meisten traditionellen Innenstädte der USA dem Autoverkehr zum Ofper fielen. So ist Charleston heute eines der großen touristischen Ziele in den USA und man kommt sich tatsächlich wie in einem südeuropäischen Land vor, wenn man abends durch die Straßen prommeniert.

Auf dieser Reise haben wir unser neues Zelt ausprobiert, was einfacher aufzubauen war als gedacht

und auch ohne BBQ mit Mashmellows haben wir gut gegessen

allerdings nicht so nobel gewohnt, wie viel Amerikaner, deren Campingbusse so groß wie richtige Busse sind, dass sie für Ausflüge noch einen PKW angehängt mitnehmen


Ein Ausflug auf eine ehemalige Plantage zeigte, wie schön die Weißen damals mit wunderbaren Parkanlagen gelebt haben

Erschreckend aber, dass die Sklaverei so gut wie nicht erwähnt wurde. Und das obwohl sich die einzelnen Staaten seit einigen Jahren nach und nach für die Sklaverei entschuldigen. Auch 150 Jahre nach ihrer Abschaffung ein schwieriger Prozess.

Von Charleston ging es weiter nach Savannah, bereits im Bundesstaat Georgia gelegen, das ebenfalls eine sehr schöne Altstadt hat

und auch viele Touristen anzieht, mehr allerdings durch seine umfangreiche Kneipenszene. Und ich vermute auch durch seine lockeren Alkoholgesetze, denn im Gegensatz zu Savannah bekommt man hier in DC z.B. auch abends keinen Alkohol in Cafés.
Wie auch in Charleston gibt es hier eine sehr alte jüdische Gemeinden, die sich anscheinend (in ihrem Baustil) sehr assimiliert hatte:

In Savannah besuchten wir auch ein kleines Civil-Rights-Museum mit einer sehr nett-engagierten Führung. Auch wenn die Geschichte bekannt ist, ist es doch beeindruckender die konkrete Diskrimierung und den harten Kampf dagegen an einem der wichtigen Schauplätze der Unterdrückung zu erfahren und z.B. zu wissen, dass der Strand, an dem wir campten und badeten, bis vor 40 Jahren nur für Weiße war und die Schwarzen sehr weit fahren mussten, um ans Meer zu kommen.

In den Südstaaten werden nicht nur viele Erdnüsse angebaut, sondern auch anders und sehr lecker mit der ganzen Schale zubereitet:

Der wohl bekannteste Erdnussfarmer war - bevor er Präsident wurde - Governeur von Georgia.

Nach den interessanten Städten fuhren wir auf eine der vielen Inseln, Hunting Island, die so urwaldmäßig ist, dass die Hollywood-Filminsdustrie mit ihrem Bedarf sowohl an Urwaldszenen aber auch an alten amerikanischen Landhäusern und Städten hier zu einer wichtigen Branche geworden ist.

Unser Campingplatz war so im Urwald, dass wir neben Eichhörnchen und Waschbären (und vielen kleinen unangenhmen Tierchen...) zum Frühstück auch schon diesen Besuch hatten

Besser aber als der vorherige Campingplatz, bei dem man nachts auf dem Weg zu den restrooms über diesen Steg gehen musste:


Unser Interesse galt aber eigentlich den Loggerheads, bekannt durch den gleichnamigen (m.E. sehr guten) Film. Loggerheads sind große Meerschildkröten, die einmal im Jahr am Anfang des Sommers an Land kommen um ihre Eier abzulegen, aus denen am Ende des Sommers die kleinen Schildkröten schlüpfen, die ihren Weg ins Wasser finden müssen, woher sie erst nach 10-15 Jahren wieder zurückkehren, um ihrerseits Eier zu legen. Sehr faszinierend. Da sie sehr empfindlich sind und sich nach dem Mondlicht richten, darf man abend am Strand kein Licht machen und sich ihnen nicht nähern.

Obwohl wir genau den Vollond abgepasst hatten, zu dem sie besonders häufig kommen, haben wir aber nicht das Glück gehabt, eine zu sehen. Dafür aber den Vollomond genossen

Und tatgsüber den wirklich traumhaften Strand




Auf den vielen entlegenen Inseln der Küste South Carolinas und Georgias betrieben die Sklavenhalter bis zum Bürgerkreig 1861-63 ihre Plantagen. Nach Abschaffung der Sklaverei blieben viele der Schwarzen auf diesen Inseln, während die Plantagenbesitzer flohen. Durch die Abgeschiedenheit der Inseln haben sie ihre afrikanische Kultur und Sprache bis heute zum Teil bewahren können, die sich Gullah und Geechie nennt. Inwieweit diese Kultur wirklich noch lebt, konnten wir nicht rausbekommen, aber in einem kleinen Restaurant die traditionelle Küche probieren:

und ein Museum besuchen, in dem wir einen sehr interessanten Film sahen, der die Suche nach den Vorfahren der Schwarzen in Afrika schildert. Forschern war es gelungen ein in den USA von Schwarzen gesungenes traditionelles Lied in einem Dorf in Sierra Leone wiederzufinden. Der Besuch einer schwarzen Amerikanerin in Sierra Leone und dem dortigen Dorf hat mich sehr beeindruckt und meine Sicht auf die Schwarzen nochmal sehr berreichert.

In den Lokalzeitungen lasen wir schon viel über die Vorbereitung der Hurricane-Saison, die offiziell am 1. Juni beginnt und bis November geht. Für dieses Jahr sind besonders viele Stürme vorausgesagt, von denen sich mehrere zu Hurricanes entwicklen sollen. Und dann stehen diese ganzen schönen Inseln unter Wasser, so dass es genaue Karten und Schilder an den Straßen für die Evakuierungsrouten gibt.

Und tatsächlich: nach einer sonnigen und klaren Woche, kam am Abend des 31. Mai ein starker Sturm auf und am Morgen des 1. Juni wussten wir, dass unser Zelt auch bei Regen dicht hält. Und der Urlaub wurde zum Glück nur um einen Tag verkürzt.
Leider wurde das schönere Foto von der Evakuierung zensiert, aber bei genauerem Hinsehen, kann man auch hier den Regenschirm erkenen