Auch Obama ist wieder aktiv und hat heute den Walkampf für die Mid-Term-Elections, bei denen die Demokraten ihre Mehrheiten in beiden Häusern verlieren könnten, mit einer Rede in (der deutschen Beer und Golda-Meir-Jugendstadt) Milwaukee, Wisconsin, eröffnet. Bei meinem gestrigen Umstieg am Flughafen Milwaukee hätte ich ihn fast treffen können.

Da die Wirtschaft trotz des großen Konjunkturprogramms, auf dessen Projekte man überall hingewiesen wird, in weiterhin schlechtem Zustand ist, wird sie das Hauptthema im Wahlkampf sein. Gemeinerweise wird der Zustand Obama angelastet, während der einzige Lösungsvorschlag der Republikaner Steuersenkungen sind.
Aber auch einige echte ArbeiterInnen waren am Labor-Day aktiv, der seit 1882 begangen wird und (von den Gewerkschaften organisiert) eigentlich die Stärke und gesellschaftliche Bedeutung der ArbeiterInnen betonen soll.

Das Verschwinden der Gewerkschaften macht sich nicht nur in weniger Labor Day Demonstrationen bemerkbar, sondern auch im Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Worüber nur in wenigen Medien berichtet wird: Die Unternehmen haben die Krise genutzt, um Arbeitskräfte abzubauen und so die Produktivität der verbliebenen zu steigern. Aber während die Unternehmen ihre Gewinne seit dem Tiefpunkt der Krise um $388 Mrd. steigern konnten, stiegen die Löhne um nur $68 Mrd. Bei den Banken sieht es noch schlimmer aus. Noch deutlicher wird die Machtlosigkeit der ArbeiterInnen aber bei den Krankenversicherungskosten, die ja auch hier zu einem Teil von den Arbeitgebern getragen werden: Während die Prämien der ArbeitnehmerInnen seit der Krise um 13,7 Prozent stiegen, sanken die Anteile der Unternehmer um 0,9%. Fast ohne Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte kann man hier sowas einfach machen. Leider wird das wohl kein Thema bei den Wahlen sein.