Wir haben einige der Leckereien ausprobiert, die beste Attraktion waren neben den in Schokolade versteckten Matzen sicherlich die für Pesach koscheren, in Schokolade gehüllten Maschmellows.
Nachdem ich im letzten Jahr nur gehofft hatte waren wir in diesem Jahr tatsächlich zu einem Seder-Abend, dem ersten Tag des Pessach-Festes eingeladen. Nach zwei dieser sehr traditionellen jüdischen Familienfesten, die ich in Israel erlebt hatte und einem Seder-Abend in einer religiösen Familie in New York, war dieses nun nochmal ein ganz anderes Erlebnis: Die traditionelle Liturgie wurde nach einer Humanistischen und Modernen Haggadah begangen, die angereichert war mit feministischen und homo-solidarischen Elementen und derenen Betonung noch mehr auf der Befreiung von Unterdrückung lag, als das normal schon der Fall ist. Die größtenteils jüdischen, allerdings nicht religiösen Gäste konnten sowohl über die traditionellen Textstellen als auch über die teilweise bemüht modern wirkenden Passagen lachen, aber es wahr sehr interessant zu sehen, wie sie von ihren Erinnerungen an ihre eigenen Familiensederabende doch auch emotional erzählten. Und so war es neben einem einem "feucht-föhlichem" Abend mit süßem Manischewitz-Passover-Wein ein interessanter Einblich in das jüdische Amerika, das es noch mehr kennezulernen und über das es noch viel zu erzählen gibt.
Bekanntermaßen spielen Juden in der amerikanischen Politik eine (viel diskutierte) politische Rolle, so dass die drei PräsidentschaftskandiatInnen entsprechende Pessach-Botschaften veröffentlichen, die dann wiederum von den Medien interpretiert wurden. John McCain, der das Gedenken der Familien an die gebrachten Opfer betonte (man denkt natürlich gleich an die Irakkriegsgefallenen, er erwähnte aber drei von Hamas und Hesbollah gefangen gehaltene Soldaten) wurde als Zionist gesehen. Obama konzetrierte sich mehr auf die Lernerfahrung und das Infragestellen der Welt, wie sie ist, was natürlich gut zu seinem Wahlkampfthema "Change" passt und von der New York Times als hip, multikulturell, New Age bezeichnet wurde. Hillarys Botschaft wurde als die persönlichste, nach einem leicht altmodisch-klingenden Reform-Rabbi klingende eingestuft: "Ich bin tief bewegt von diesem zeitlosen Schrei, gegen Unterdrückung, Tyrannai und Diskriminierung aufzustehen, wo immer sie zu finden sind"
Und heute legte die Washington Post noch einmal nach: Clinton hätte noch etwas weiter in der Bibel lesen sollen, denn es wird ihr wohl wie Moses ergehen: Nach allem, was er getan hat, im Alter von 120 Jahren und nach 40 Jahren in der Wildness, war es ihm nicht vergönnt, ins gelobte Land auf der anderen Seite des Jordans zu kommen. (Ich schreibe das wenige Minuten bevor die Wahllokale in Pennsylvania schließen...)













