Sunday, December 12, 2010

Alle Jahre wieder

Auch hier beginnt jedes Jahr sofort nach Thanksgiving die Vorweihnachtszeit. Die leckeren Lebkuchen, Dominosteine, Marzipankartoffeln usw. fehlen zwar in den Supermärkten, dafür sind überall schon die Weihnachtsbäume oder der entsprechende Weihnachtsschmuck zu sehen.

Auch die Erste Familie hat diese Woche schon den National Christmas Tree erleuchtet. Sehr passend zu Obamas Eisenbahnplänen wird er von einem Amtrak-Zug umrundet. Dies ist um so wichtiger, da Obamas Eisenbahnausbaupläne mit den Wahlen am 2. November auch einige Rückschläge erleiden mussten: Die neuen republikansichen Gouverneure in Wisconsin und Ohio haben sehr sinnvolle Streckenausbaupläne in ihren Staaten sofort gestrichen. Immerhin hat ihnen Obama nun die Eisenbahngelder aus dem Wirtschaftsförderungsgesetz, die sie stattdessen für Straßenbau benutzen wollten, auch gestrichen.

Wie auch in den Vorjahren habe ich mich wieder gefreut, das jüdische Channukah-Fest in der öffentlichen Erwähnung zu erleben. Neben dem National Christmas Tree steht vor dem Weißen Haus z.B. auch ein Channukah-Leuchter.

Am nettesten war aber ein Channukah-Puppenspiel, das ich bei Freunden erlebte. Das Kind der Veranstalter hatte sich vor Jahren darüber beklagt, dass Weihnachten bei den christlichen Freunden so toll sei, Channukah dagegen so langweilig. Daraufhin nahmen sich die Eltern vor, eine richtig geile Channukah-Party zu veranstalten, was ihnen auch im siebten Jahr wieder gut gelungen ist.

Aber auch politisch ist in der "lame duck" Zeit bis Januar, wenn der Kongress mit neuen republikanischen Mehrheiten seine Arbeit antritt, noch einiges los. Um einige der demokratischen Vorhaben wie z.B. die Verlängerung des Arbeitslosengeldes durchzusetzen, hat sich Obama mit den Republikanern auf einen Kompromiss geeinigt, der beinhaltet, dass die Steuererleichterungen, die unter W. Bush erlassen wurden, auch für die Superreichen um zwei Jahre verlängert wurden. Ein m.E. unglaubliches Zugeständnis in einer Zeit der hohen Staatsverschuldung, in der die größte Last der Wirtschaftskrise von den Armen getragen werden muss. Und gleichzeitig eine verlogene Forderung der Republikaner, die im Wahlkampf die Reduzierung des Defizits als Hauptforderung genannt hatten. Der Kompromiss ist unter den Demokraten so umstritten, dass der 44. Präsident am Freitag den 42. Präsidenten zu Hilfe holen musste.

Ein anderes frustrierendes Ereignis: Die von Obama versprochene, von einer breiten Masse der Bevölkerung und der Militärs unterstützte Abschaffung von "Don't Ask, don't tell", der Regelung dass Schwule und Lesben in der Armee nur dienen dürfen, wenn sie ihre Homosexualität verschweigen. Auch die drei letzten republikanischen SenatorInnen, die die Abschaffung eigentlich unterstützen, konnten sich in dieser Woche nicht durchringen, ihre Stimme für die notwendige 60% Mehrheit im Senat abzugeben. So wird diese Regelung wohl noch über viele Jahre bestehen bleiben, denn ab Januar sind die Mehrheitsverhältnisse im Kongress ja noch ungünstiger.

Saturday, December 4, 2010

Der letzte Deutschland-Besuch

Es hat sich gelohnt, in diesem Jahr früher nach Deutschland zu kommen, ohne Schnee konnte ich (nach nur kurzem Aufenthalt im Terminal 5) endlich mal direkt in Frankfurt landen und dort empfangen werden.

Der eigentlich Grund fürs frühe Kommen war aber natürlich der runde Geburtstag, der auch sehr rund gefeiert wurde.

Wobei auch die Vor- und Nachbereitung viel Spaß gemacht hat.

Wie üblich dann die Verwandten- und Freundesrundreise. Der Patenonkel war schon fest für den Laternenumzug eingeplant, hatte aber auch Spaß daran, bei der Immobiliensuche zu helfen.

Bei der anderen Schwester gab es das neue, schöne Haus schon zu besichtigen und auch hier große Begeisterung über die Onkel aus Amerika.

Wie gut, dass auf der schwäbischen Alp alles so nah beieinander liegt und so ein Ausflug nach Dettingen möglich war.

Ein verbotenes Foto der neuen Firma und eines des hoffentlich neuen Hauses in Metzingen (da werde ich wohl zukünftig auch Shoppen müssen...)

Ein Highlight: Das schon vom Grünen-Vorsitzenden im ARD-Sommerinterview erwähnte Bähnle, das wieder nach Bad Urach fährt, wo auch ich schonmal einige Zeit verbracht habe.

Wie gut, dass ich viermal am Stuttgarter Hauptbahnhof umsteigen musste und so den Kampf für K21 nun noch überzeugter unterstützen kann.

Von Köln aus gings in die schöne Eifel-Vergangenheit, die ich schon längst einmal kennenlernen wollte.

Wie sieht die Zukunft des Dorfes aus? Immerhin hat uns das Linien-Ruf-Taxi wieder gut zum Bahnhof gebracht.

Leider gibt es kein Foto vom Mönch der Klosterschule, der uns begrüßte und wie aus einem alten Film wirkte.

In Leer galt es u.a., einen Krankentransport vorzubereiten, der zu den besten Ergebnissen führte.

Und jedes Jahr gibt es neue Kinder zu bewundern, besonders toll, wenn sie sich so brav halten lassen.

Glücklicherweise hatten wir die Vorstellungsklamotten schon rechtzeitig vor meinem Geburtstag gekauft.

Beim entspannten Quiche-Abend danach wurden leider kaum Fotos gemacht.

Das vergessene Handy-Ladegerät hat die weitere Dokumentation des Berlin-Aufenthaltes verhindert. Immerhin ist das neue Atelier festgehalten.

Und die Vorfreude bald wieder näher an der osteuropäsichen Kultur zu sein.