Tuesday, May 26, 2009

Ist die Homoehe ein Bürgerrecht?

Das hätte ich vor einiger Zeit auch nicht gedacht, dass ich eines Tages für die Homoehe auf die Straße gehen würde. Aber heute abend war es so weit: eine Spontandemo auf dem Dupont Circle aus Anlaß einer ablehndenen Gerichtsentscheidung des obersten Gerichts Kaliforniens.

Im letzten Sommer hatte das kalifornische Parlament ein Gesetz erlassen, das die schwul-lebsiche Ehe ermöglichte. Ein Volksbegehren hat aber schon im November dieses Gesetz aufgehoben und das Gericht hat dieses Volksbegehren heute bestätigt. Der einzige Trost: Die 18.000 seither geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehene bleiben gültig.

Gay Marriage ist in den USA nicht nur das große Thema der Schwul-lesbischen Bewegung, sondern auch - neben Abtreibung - eine der Fragen, an denen sich die Konservativen und Liberalen voneinander abgrenzen und das die Diskussion oft viel zu sehr und aufgeheizt dominiert. Sechs Staaten haben inzwischen Formen der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft eingeführt, während viel Staaten ein Verbot ebensolcher in ihre Verfassung aufgenommen haben. Das Ringen darum wird in diesem Land der großen Gegensätze wahrscheinlich unendlich andauern (manche halten so etwas für ein Zeicher der besten Demokratie der Welt...)
Währen Obama von Bewgungsseite vorgeworfen wird, bisher nicht genügend für die schul-lesbische Sache getan zu haben (insbesondere die Aufehung der Verbots von offenen Lesben und Schwulen in der Armee), hat Hillary letzte Woche immerhin eine Verodnung in Gang gebracht, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften im diplomatischen Dienst anerkennen und gleichstellen wird.

Aber wir haben uns am Wochenende auch gut in der Szene vergnügt. Endlich kam der richtige Besuch, mit dem wir die einzige lesbische Kneipe/Disko der Stadt ausprobieren konnten.

Und wir wurden auch gleich richtig integriert, was allerdings etwas Vorbereitung bedurfte, denn wir nahme als Mannschaft KRASS am FlipCup-Wettbewerb teil.

Aber das Üben hat sich gelohnt. In der zweiten Runde kamen wir nicht nur fast ins Finale, sondern wurden auch für unsere deutsche Trinkfestigkeit gelobt.

Und so konnten wir nicht nur unser gutes Ergebnis feiern, sondern auch den guten Geschmack des (amerikanischen) Biers.

Der krönende Abschluss aber dann: North German Shots nach orginal Rezept.

Saturday, May 23, 2009

Tennessee und Kentucky (Teil 1 Great Smokey Mountains)

Unserem Ziel, alle 50 Bundesstaaten zu bereisen, sind wir nach unserer Frühjahrsreise mit zwei (bzw. drei) Staaten wieder ein Stück näher. Erste Station war allerdings noch in Asheville in North Carlolina, einer kleinen Stadt am Fusse der Great Smokey Mountains, die nicht nur für eines der größten Ensembles von Art Deco Gebäuden bekannt ist, sondern auch für ihren alternativen (Hippi) Lebensstil.

Ein nettes Hostel für die Unterkunft, viele kleine alternative Läden und ein (Weltklasse) vegeratrisches Resterauntangebot, dass selbst die größten Fleischliebhaber überzeugte!

Die Great Smokey Montains, der südliche Teil der Appalachen, sind zwar etwäs höher, erinnerten aber doch auch wieder (je nach Herkunft) mehr an die Schwäbische Alb oder den Schwazwald.

Mit dem Auto wie immer leicht zu erreichen, leider aber auch gezeichnet vom Waldsterben, das hier alledings hauptsächlich durch einen aus Europa eingeführten Käfer verursacht ist. Die Luftverschmutzung vor allem durch die unzähligen Kohlekraftwerke in den USA hat die Weitsicht in den letzen 100 Jahren von über 100 Meilen auf unter 20 Meilen reduziert.

Mein Traum, den über 2000 Meilen langen Appalachian Trail wenigstens ein Stück zu laufen, muss weiterhin warten, auch weil es immer noch keine GTA-üblichen Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten gibt. Und mit dem Wetter hatten wir auf einem Teilstück leider auch bei diesem Mal Pech.

Mehr Glück hatten wir dagegen mit der Tierwelt, so nah waren wir einem Bären bisher noch nicht gekommen. (Leider war das Fotografieren nicht so einfach)

Der große Unterschied zwischen den US-Berglandschaften und den europäischen Bergen ist, dass diese hier nicht über Jahrhunderte von Bauern als Kulturlandschaften genutzt wurden und wer Werner Bätzing kennt, weiss, was das für die Einmaligkeit der Landschaft bedeutet. In den USA hingegen wurden die wenigen Bauern, die sich hier im 19. Jahrhundert ansiedelten, aus den Nationalparks vertrieben, so dass sich die wilde Natur mit Wäldern und Buschwerk ausbreiten konnte, ein ganz anderes Bild. Witzigerweise gab es im Great Smokey Mountain National Park (den mit 10 Millionen Toursiten pro Jahr meist besuchen nationalparks der USA!) ein Tal, in dem man die alte Bauern-Kulturlandschaft künstlich aufrecht erhält. Und durch das sich im Sommer eine nicht endende Autoschlange schiebt.

Von den 10 Millionen Besuchern entfernen sich aber nur 5% weiter als 10 Meter von ihrem Auto. Die meisten vergnügen sich eher in den üblichen Sopping Malls oder im Freizeitpark der Country-Sängerin und Schauspielerin Dolly Parton.

Die ursprünglichen Bewohner der Berge sind allerdings fast alle vertrieben worden und nur noch der eine kleiner Teil der Cherokee Indiander lebt in einem Reservat in den Smokeys. Als sich die europäischen Siedler, die seit dem 17. Jahrhundert in der Küstenregion östlich der Appalachen gesiedelt hatten, Ende des 18. Jahrhunderts in und westlich der Bergkette siedleten, hatten sie zunächst oft noch guten Kontakt mit den verschiedenen Indianerstämmen. 1838 ordnete Präsident Andrew Jackson dann aber die Umsiedlung der Cherokee Idianer und ander Stämme ins weit enfernte Oklahoma an und verstieß damit sogar gegen eine Entscheidung des obersten Gerichtshofs. Von den 15.000 Indianern kamen auf dem Trail of Tears 4.000 ums Leben.

Heute nutzen die übrig gebliebenen Cherokees die Touristen als wichtige Wirtschaftsquelle mit einem historischen Dorf, einem großen Casino und einem Museum, das interessanter ist als das American Indian Museum in der National Mall in DC.

Teil 2 folgt...

Sunday, May 3, 2009

Koniginnendag


Der Höhepunkt unseres nierderländischen Besuchs sollte der Ball zur Feier des Geburtstags von Beatrix in der niederländischen Botschaft werden, aber trotz eingeflogegen Business Attires wurde daraus aus bekannten Gründen leider nichts.
Aber immerhin konnten wir den 100. Tag Obamas als President mit seiner inzwischen schon gewohnten Prime Time Pressekonferenz feiern.

Und auch wenn der Präsident (verständlicherweise) recht müde wirkte, überzeugte er doch wie immer in seiner souveränen Art und auch mit seinen inhaltlichen Ausführungen. Die Medien versuchten mit komplizierten Schaubildern und originellen Kalenderblättern die ersten 100 Tage auszuwerten, was sicher noch nicht viel bringt. Was er aber auf jeden Fall wohl schon erreicht hat: Der Glaube und die Zuversicht, dass die Situation wieder besser wird, ist seit seiner Amtseinführung deutschlich gestärkt worden. Und das ist wichtig in einem Land und System, das so stark vom Konsum und den Aussichten auf eine bessere (persönliche) Zukunft lebt. Und er hat ja tatsächlich auch mit vielen notwendigen Reformprogrammen begonnen, fast täglich wird ein neues bekannt gegeben. Mögen ihm viele von seinen Projekten in den nächsten 1.362 verbleibenden Tagen gelingen.
In die National Portrait Gallerie hat er es auf jeden Fall schon geschafft:

Und auch weiterhin gibt es (fast) reine Obama-Merchandising Kaufhäuser, allerdings bekommt man nun auch (nach erst Hillary und dann McCain/Palin) auf Obama Rabatt.

Ansonsten die üblichen kulinarischen Stationen im Besuchsprogramm (für die einen zur Erinnerung, für die anderen zur Vorbereitung)


Und dann durch Zufall eine Ausstellung, die uns fast wie in Berlin vorkam und eine passende Überleitung zum nächsten Besuch darstellt.