Saturday, June 5, 2010

Teil 2 - Deutsche in Cinicinatti

Endlich mal wieder (Langstrecken-) Zug fahren. Beim Einsteigen soll man sich wohl wie am Flughafen vorkommen und darf nicht auf dem Bahnsteig warten.

Dann gehts aber gleich sehr schön durch Virginia und über eine Appalachenbergkette nach der anderen.

An den Unterwegsbahnhöfen wird immer nur eine Tür geöffnet und jeder beim Einsteigen einzeln kontrolliert. Manchmal muss man auch auf offener Strecke lange auf einen Gegenzug warten.

Aber zum Glück ist die Verpflegung an Bord gut.

Allerdings bekommt man bei einem so organisierten Bahnverkehr dann leicht mal drei Stunden Verspätung. Was bei sowieso geplanten 14 Stunden auch nicht so viel aus macht...

Und Cinicinatti nachts um 4 sieht ja auch schön aus. Beonders aber der tolle Bahnhof, der gebaut wurde, als hier noch viele Züge fuhren. Heute hält nur noch drei mal pro Woche einer.

Am nächsten Tag Ankunft bei der Tante, die schon 1950 nach Amerika ausgewandert ist. Gleich im Programm: Segnung der Tiere im nachbarlichen Kirchgarten.

Es gibt wohl viele US-Kirchen, die es schaffen mit einem offenen Programm viele junge Menschen anzuziehen.

Cincinatti war (vor allem im 19. Jahrhundert) eines der großen Zentren deutscher Einwanderer. Viele Spuren sind heute davon noch zu sehen.

Das Hofbräuhaus würde allerdings auch in jeder anderen US-Stadt sehr gut ankommen.

Die gesamte Innenstadt war früher nicht nur von Deutschen bewohnt, sondern auch voll mit allen möglichen deutschen Kultureinrichtungen.

Heute ist dieser Stadtteil allerdings ziemlich verfallen und teilweise sogar etwas unheimlich. Hier muss man wohl zum Glück sagen, dass an manchen Stellen die Gentrifizierung einsetzt, um die schönen alten Häuser zu erhalten.

Das Rathaus und die Muskihalle sind allerdings noch in Betrieb und was hätte es Passenderes gegeben, als dort die Matthäus-Passion zu hören.

Cincinatti, Ohio, liegt am Ohio-River, dessen andere Uferseite schon in Kentucky ist. Diese Grenzlage zwischen Nord- und Südstaaten führte dazu, dass hier bis zum Bürgerkrieg viele Sklaven aus dem Süden in den etwas freieren Norden flohen. Diese Geschichte wird im neu errichteten "National Underground Railroad Museum" dargestellt.

Auch in Cinciantti gibt es Bestrebungen, wieder Straßenbahnen einzuführen, bisher sah man allerdings nur die alten Gleise.

Zwischendurch immer wieder Ausruhen im schönen Haus und Garten. Die Vogel-Plastik können wahrscheinlich nur engere Familienmitglieder richtig einordnen.

Ganz amerikanisiert gehört natürlich auch Freiwilligenarbeit zum Leben von RentnerInnen. Das Stadtarchiv mit vielen deutschen Akten war zum Glück im großen Bahnhof, den ich mir dadurch nochmal genauer ansehen konnte (ich lasse hier die vielen Detailsfotos aus...)

Und dann noch auf der Suche nach dem alten Familienkaufhaus Poque, eines der großen Kaufhäuser in Downtown Cincinatti, das leider in den 60er Jahren durch einen häßlichen Neubau ersetzt wurde

Mit unserer Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (fahren da nicht nur Schwarze mit?) konnten wir beeindrucken, auch wenn das deutsche Auto sehr komfortabel war. Wie man sieht: der Bezug zur Heimat ist auch nach 60 Jahren noch recht groß.