
Mit Forderungen nach Legalisierung von Mariuhana und Beendigung aller Kriegsbeteiligungen der USA könnte man meinen, dass es eine sympatische Partei ist. Aber diese Forderungen beruhen auf der Vorstellung eines völligen Liberalismus und die Kandidaten berufen sich noch viel mehr als die der beiden großen auf die amerikanische Verfassung, die ja 1776 sehr fortschrittlich gewesen sein mag, aber heute vielleicht doch überarbeitungswürdig ist (was man hier so nicht öffentlich sagen sollte, wenn man gewählt werden möchte). Ihre Hauptforderungen bei der Debatte waren deshalb die Abschaffung staatlicher Bildungspolitik und der Einkommenssteuer. Zum Glück scheint die libertäre Partei nur ein Sammelbecken gescheiterter Kandidaten der anderen Parteien und/oder schräger Menschen zu sein. Aber immerhin kandidiert Ron Paul, der 1988 bei der Präsidentenwahl als Kandidat der Libertären Pareti 0,5% der Stimmen holte, in 2008 als republikanischer Kandidat weiterhin gegen John McCain und holt bei den republikanischen Vorwahlen (die immer noch stattfinden!) oft 6-8% und hat eine erstaunlich große, begeisterte und junge Anhängerschaft.

Die Libertären küren heute auf ihrem Nominierungsparteitag ihren Kandidaten.
In Deutschland ist als Dritt-Partei-Kandidat wahrscheinlich Ralph Nader am bekanntesten.


Der Sohn libanesischer Einwanderer kandidierte zum ersten Mal 1992 für die Präsidentschaft (als erster arabisch-stammiger Präsidentschaftskandidat), 1996 und 2000 als Kandidat der Grünen Partei und auch in 2008 (wie in 2004) wieder als unabhängiger Kandidat. In 2000 erreiche er mit 2,9 Millionen Stimmen ein Wahlergebnis von 2,74 % was damals wie heute zur Diskussion führt, ob er mit seiner Kandidatur einen demokratischen Walhlsieg verhindert hat. Vor einigen Wochen schon habe ich den interessanten Film "an unreasonable man" gesehen, der sich genau mit dieser Frage beschäft
Bei aller Sympatie solcher Aktivitäten, bin ich auch skeptisch, was die Gefahr einer solchen Kandidatur angeht. Da bin ich wohl schon so von den amerikanischen Medien (und der Politik) beeinflusst, die fast ausschliesslich über die Demokraten und Republikaner bereichten und alle anderen Meinungen, politischen Ziele und Überzeugungen unterdrücken. Und so bleibt wie immer die Frage, ob dieses (hier so gelobte) politische System wirklich so gut ist. Und ich freue mich, das weiter zu erkunden und nach enstprechenden vergleichenden Analysen zu suchen.

