Thursday, January 17, 2008

Als Amerikaner in Deutschland

Nachdem ich fast ein Jahr lang aus deutscher Perspektive die vielen Unterschiede im amerikanischen Leben beobachtet habe, war ich überrascht, in Deutschland auf einmal alles aus amerikanischer Persepktive zu sehen. Zuerst die vielen amerikanischen Ketten, allen voran natürlich die teuren und ungemütlichen Cafés

Interessanterweise auch Ketten, die es in den USA gar nicht gibt

Sowie die neue McDonalds-Linie speziell für an mehr Gemütlichkeit orientierten Europäer, die nun aber wohl auch in den USA eingeführt werden soll

Davon wiederum zwei an herausragender Stelle: Die vieldiskutierte Filiale in Kreuzberg

und im Bahnhof Hannover in den Räumen, in denen sich vor einem Jahr noch die beste Bahnliteratur-Buchhandlung befand, die ich so oft beim Umsteigen genutzt habe

Dass es spezielle Geschäfte für amerikanische Produkte gibt, war mir bisher nicht aufgefallen:

(Die Regale sehen allerdings eher nach DDR aus...)

Toll natürlich - nicht nur für den Bahnfan - das dichte und komfortable Bahnsystem, das ich nicht nur gut genutzt habe

sondern mit dem sowohl die kleinen als auch die großen Neffen und Nichten begeistert gespielt haben


Und erst jetzt kann ich verstehen, warum die Amis von so unbedeutenden Städten wie Rothenburg ob der Tauber so begeistert sind. Nach einem Jahr furchtbarer amerikanischer Stadtkultur und -planung, war auch ich ganz begeister vom guten alten Europa:


Etwas beunruhigend natürlich, dass ich in Deutschland alles besser fand, aber es gab zum Glück auch das Gegenteil. In Hundescheiße kann man hier nicht treten, weil die Amis auch ohne aufwändige Automaten alle Spuren entfernen

Und mit dem Rauchverbot scheinen sich die Deutschen sehr schwer zu tun. Vor meinem US-Aufenthalt stand ich dem Verbot noch kritisch gegenüber, aber inzwischen kann ich den Qualm nur noch schwer ertragen. Da muss es dann schon das Schampagnja sein, um darüber hinweg zu sehen. Aber das Roses hat es auch geschafft!

Wie immer: Die Details in den Unterschieden der Kulturen genauer und differenzierter zu diskutieren und vor allem zu bewerten, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, wäre aber eigentlich sehr intressant.

Nach so einer schönen und intensiven Zeit mit so vielen Begegnungen war natürlich die Frage, ob ich mich hier wieder wohl fühlen werde. Aber zum Glück: als ich in DC ankam fühlte ich mich sofort wieder zu Hause und geniese nun tax und election season, über die es noch viel zu berichten gibt.