Monday, January 18, 2010

heydi

Das Erdbeben in Haiti (das auf Amerikanisch heydi ausgesprochen wird) ist ja schlimm, aber für die amerikanischen Medien natürlich auch ein gefundenes Fressen. Sofort wurden alle Chef-NachrichtensprecherInnen, also die Tom Buhrows und Marietta Slomkas des US-Fernsehens nach Haiti geflogen und berichten seit Tagen mit einer unglaublichen persönlichen Betroffenheit direkt vor Ort.

Das überschreitet manchmal schon die Grenze des Erträglichen und man kann nur hoffen, dass die unzähligen Reporter nicht echten Hilfskräften die wenigen Reisemöglichkeiten weggenommen haben.
Außerdem ist interessant, mit welcher Selbstverständlichkeit bzw. Stolz die alles beherrschende Rolle der USA bei den Rettungsaktionen gesehen wird, die Präsidenten natürlich als die Retter an erster Stelle. Da darf sogar der junge (alt gewordene) W. Bush von seiner Katastrophen-Erfahrungen (Kathrina...) berichten.

Schnell wird das Erdbeben auch als Chance gesehen, Haiti nun richtig aufbauen zu können, ohne Haitis Entwicklung und Abhängigkeit von den USA etwas kritisch zu betrachten. "We will rebuild stronger then ever before" - Das kennt man noch von 9/11.