Sunday, June 24, 2007

Klimaanlagen

Als bisheriger großer Kritiker von energieverbrauchenden, unnatürlichen Klimaanlagen, geniese ich nun doch auch ihre Vorzüge. An immer mehr Tagen hat es hier 35 Grad und eine kaum auszuhaltende Luftfeuchtigkeit. Und im Juli/August soll es noch schlimmer werden. Es gibt kaum einen Ort, der nicht mit einer Klimaanlage gekühlt wird, jedes Auto und jede Wohnung hat natürlich eine, aber auch große Bahnhofshalle und ähnliches werden auf 19°C (!) gekühlt. Und das ist das Wahnsinnige: Die Welt ist so organisiert, dass man auch im Hochsommer einen Anzug tragen kann. Da kaum jemand zu Fuß geht, mit dem Fahrrad fährt oder sich in einem Café im Freien aufhält, lebt man im Sommer eben nur in einer abgekühlten Welt. Selbst wenn es nachts kühler wird, lassen unsere Nachbarn ihre Klimaanlagen durchlaufen, so dass wir wegen des Lärms der Anlagen nur schwer lüften können. Für die Arbeit im Holocaust-Museum muss ich mir einen Pullover mitnehmen und als ich letzte Woche in einem Vortragssaal die Temperatur endlich einmal angenehm fand (vielleicht 21°C), kam zur Begrüßung als erstes die Entschuldigung, dass die Klimaanlage leider nicht richtig funktioniere. Es wird hier (entgegen vieler Vorurteile) viel über Umweltschutz diskutiert, aber die Frage, wieviel CO2-Ausstoß man dadurch sparen könnte, die Temperatur um z.B. 2° weniger zu kühlen, habe ich noch nicht gehört.

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