Saturday, September 13, 2008

Gori - aus unterschiedlichen Blickwinkeln

Wegen Urlaub, Arbeit und verreistem Rechner kommt dieser Eintrag reichlich verspätet. Aber als während des Süd-Ossetien Krieges die Stadt Gori immer wieder in den Nachrichten zu sehen war, wollte ich doch nochmal die Bilder unserer Kaukasus-Reise 2005 raussuchen. Hier zunächst der Bahnhof und unser Hotel.

Und der Blick aus unserem Hotelzimmer auf den zentralen Platz, der im Fernsehen jetzt immer mit Zerstörungen und verstörten Menschen zu sehen war.

Der Russland/Georgien Konflikt ist aber sehr interessant im Vergleich der politischen Vorstellungen sowie der Medienberichterstattung der USA und Europas. Während die Berichte in Europa m.E. von Anfang an kritisch und differenziert waren und auch das provozierende Verhalten des nicht so ganz demokratischen Sakashvili thematisierten, war hier zunächst nur von uneingeschränkter Solidarität mit Georgien ("Wir sind alle Georgier") und hartem Umgang mit Russland zu hören. Auch BEIDE Präsidentschaftkandidaten äußerten sich entsprechend, wobei man Obama vielleicht noch zu Gute halten kann, dass er etwas zögerlicher war, aber dann doch auch die harte Haltung einnahm (was wohl nötig ist, um die Wahl zu gewinnen...). Dass die EU-Außenminister eine mehr auf Verhandlungen mit Russland ausgerichtete Politik anstreben wurde hier selbst vom sonst recht kritischen National Public Radio (NPR) als durch die Abhängigkeit vom russischen Öl und Gas bestimmte Haltung dargestellt. Dass es auch andere Formen von Konfliktlösung gibt als gleich mit Krieg zu drohen (wie das der neue Superstar der Republikaner, die Vize-Präsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin in ihrem bisher einzigen (naiven und auswendig gelernten) Interview äußerte) scheint hier doch eine nicht weit verbreitete Vorstellung zu sein.

Übrigens konnten wir auch schon 2005 nicht in die Krisenregion Süd-Ossetien fahren sondern haben nur von den Hügeln Goris in den Kaukasus geblickt.

Und hier noch ein paar "speicial interst" Bilder. In seiner Geburtsstadt ist Stalin überall präsent. Nicht nur am Bahnhof wird man von ihm begrüßt, auch in der Stadt steht eine Statue von ihm und wir sind vor dem großen Stalinmuseum zu sehen.

Und für Bus-und Bahnfans ein tolles Land. Der Bus mit dem wir zum Bahnhof fuhren und der Bummelzug, der uns gemeinsam mit Bauern und Hühnern nach Tiblisi zurück gebracht hat.

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